„Krone“-Kommentar

Das große Spiel mit dem Feuer

Kolumnen
13.02.2022 06:00

Endlich ist es raus, endlich hat es Außenminister Schallenberg über die Lippen gebracht: Ein russisches militärisches Eingreifens in der Ukraine wäre der Todesstoß für die Ostsee-Pipeline Nord Stream 2.

Damit wären auch 729 Millionen Euro in den Rauchfang geschrieben, mit denen die OMV zu zehn Prozent an dem Erdgasprojekt beteiligt ist (war?). Es heißt: Sanktionen müssen selbst wehtun, wenn sie wirklich wirken sollen. Hieß es doch bisher in Berlin und Wien, Nord Stream 2 sei ein „Privatprojekt, das mit Politik nichts zu tun hat“.

Jetzt kann niemand mehr zweifeln, dass es Deutschland und Österreich mit der Solidarität ernst meinen. Für Verwirrung hatten sie schon erheblich gesorgt in einer Situation, in der nur demonstrative Einigkeit und Entschlossenheit Russland von einem verhängnisvollen Militärabenteuer abhalten kann.

Aus Washington kamen in der Nacht auf Samstag Alarmmeldungen über das Datum einer russischen Invasion in der Ukraine noch vor dem Ende der Olympischen Spiele in Peking am 20. Februar. Putin müsste verrückt geworden sein, wenn er den Chinesen ihre Olympischen Spiele verpatzt. Er könnte sich niemals mehr bei seinem engsten Verbündeten blicken lassen.

Oder sind Biden & Co. verrückt geworden? Ist es ein politisches Gegen-Manöver, um Putin in die Enge zu treiben? Hoch riskant. Niemals seit dem Ende des ersten Kalten Krieges ist von den Weltenlenkern derart frivol mit dem Feuer gespielt worden.

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