Die Resolution der Landesregierung für mehr Medizin-Studienplätze blieb erfolglos: Das Bildungsministerium verweist auf sündteure Privatunis und sieht keinen langfristigen Mangel an Ärzten. Kärntens Gesundheitsreferentin Beate Prettner protestiert.
Das nennt man eine glatte Abfuhr. Am 27. Oktober wurde von der Landesregierung eine Resolution beschlossen und Richtung Bildungsministerium auf die Reise geschickt, in der die Erhöhung der Medizin-Studienplätze gefordert wurde. Hintergrund des Anliegens: Der eklatante Ärztemangel am Land und vielfach unbesetzte Bereitschaftsdienste, vor allem in Oberkärnten.
Wien erteilt und Abfuhr
Nun trudelte, für Österreichs bürokratische Maßstäbe eigentlich schnell, am Arnulfplatz die Antwort ein. Und sie ist ein Hohn. Das sieht auch Gesundheitsreferentin Beate Prettner so: „Unter anderem wird auf den Bereich der Privatuniversitäten verwiesen. Man würde auf den Privatunis 500 Plätze für Studienanfänger anbieten. Nicht dazugesagt wird, dass hier ein Studienjahr um die 26.000 Euro kostet.“
130.000 Euro für Medizinstudium
Gehen wir von fünf Studienjahren aus, macht das knackige 130.000 Euro. Außerdem sieht das Bildungsministerium weder einen unmittelbaren noch einen langfristigen Mangel an Ärzten. Prettner schüttelt den Kopf: „Es gibt immer mehr Mediziner, die Teilzeit arbeiten. Außerdem verschärft das neue Arbeitszeitgesetz die Lage und letztlich stehen wir vor einer nie dagewesenen Pensionierungswelle. Das wird ignoriert.“
Damit hat diese Resolution dasselbe Schicksal ereilt, das bereits gefühlten 934 anderen Resolutionen, etwa zum Thema Krško, zu Teil wurde: ab in die runde Ablage, sprich Kübel!









Kommentare
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.