03.12.2021 16:37 |

Schräge Warnhinweise

Microsoft will nicht, dass User Chrome verwenden

Der US-Softwarekonzern Microsoft greift im Kampf um die Vorherrschaft am Browser-Markt zu fragwürdigen Tricks. Windows-Nutzer in den USA, die Google Chrome installieren wollen und die zugehörige Downloadseite mit Microsoft Edge aufrufen, bekommen neuerdings Warnhinweise zu sehen.

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Da heißt es etwa: „Microsoft Edge basiert auf der gleichen Technologie wie Chrome, mit dem zusätzlichen Vertrauen von Microsoft.“ Tatsächlich hatte sich Microsoft, nachdem der Internet Explorer und der Nachfolger Edge immer unbeliebter wurden, dazu entschlossen, Edge mit dem technischen Grundgerüst von Google Chrome auf neue Beine zu stellen. Warum die Microsoft-Version vertrauenswürdiger sein soll, verrät der Konzern nicht.

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Dieser Browser ist so 2008! Wisst ihr, was neu ist? Microsoft Edge.

Microsoft-Hinweis beim Chrome-Download

Wie „Neowin“ meldet, zeigt Microsoft US-Nutzern noch andere Warnhinweise. In einem heißt es abfällig: „Dieser Browser ist so 2008! Wisst ihr, was neu ist? Microsoft Edge.“ In einem dritten Warnhinweis behauptet Microsoft, sein Edge-Browser sei die beste Wahl für Online-Shopping und spare Geld. Einen Beweis erbringt man nicht, vielmehr zog man sich kürzlich mit der Integration eines Ratenzahlungsdienstes in den Browser einen Shitstorm zu.

Auch Bing macht Stimmung gegen Browser-Konkurrenz
Die Warnhinweise stellen eine neue Eskalationsstufe in Microsofts Kampf gegen rivalisierende Browser dar: Wer mit der Microsoft-Suchmaschine Bing nach Software wie Chrome, Firefox, Opera oder Vivaldi sucht, bekommt dort auch hierzulande vor dem ersten Suchergebnis einen Hinweis eingeblendet: Es sei nicht nötig, einen anderen Browser zu installieren, Microsoft empfehle für eine schnelle, sichere und moderne Erfahrung Edge.

Windows 11 macht Browserwechsel mühsam
Auf Betriebssystemebene hat es Microsoft mit dem Start von Windows 11 ebenfalls mühsamer gemacht, den Standardbrowser zu wechseln: Wer statt Edge einen anderen Standardbrowser verwenden will, muss in den Windows-Einstellungen in einer langwierigen Klick-Orgie für jeden per Browser zu öffnenden Dateityp einzeln die Standardanwendung umstellen.

Microsofts von Kritikern als unsportlich betrachtetes Konkurrenzbrowser-Bashing erinnert manche Beobachter an die sogenannten „Browser-Kriege“ der Neunziger. Damals hatte Microsoft mit dem Internet Explorer eine marktbeherrschende Stellung erobert und mit unfairen Praktiken Klagen der Rivalen provoziert. Kartellbehörden gingen dagegen vor, Microsoft musste Strafen in Millionenhöhe bezahlen.

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