Unglück bei Tour

Kutsche landete in Fluss: Ehepaar wurde verletzt

Burgenland
11.11.2021 09:09
Porträt von Karl Grammer
Porträt von Christian Schulter
Von Karl Grammer und Christian Schulter
Schwerer Unfall bei einer Ausfahrt mit der Kutsche nahe Heiligenkreuz: Plötzlich scheuten die Pferde und gingen durch. Zuerst stürzte die Frau (61) vom Wagen, dann der Mann (65). Sie wurde leicht, er schwer verletzt. Das Wallachengespann landete im Lafnitz-Fluss. Zwei Helferinnen holten die Tiere aus dem Wasser.

Mit der Kutsche unterwegs waren Franz und Gabi Tonweber am Dienstag zu Mittag von Mogersdorf-Berg in Richtung Wallendorf, Bezirk Jennersdorf. Nach fast fünf Kilometern ging es von der Straße auf einen Schotterweg entlang der Lafnitz.

Galoppierten wie wild los
Aus keinem ersichtlichen Grund scheuten die Wallachen „Bimbo“ und „Bogy“ plötzlich, galoppierten wie wild los. „Als unsere Pferde abrupt einen Bogen machten, warf es mich zu Boden“, schildert die Besitzerin, die hinten auf der Kutsche saß.

Von Sitz geschleudert 
Ihr Mann, ein erfahrener Kutscher, konnte das Gespann nicht mehr stoppen. Kurz darauf wurde der 65-Jährige vom Sitz geschleudert, als das Gefährt mit dem vorderen linken Rad durch einen Graben rollte. Die Pferde liefen weiter, und sprangen samt Kutsche über die Böschung in die Lafnitz.

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Wir sind ,Bimbo’ und ,Bogy’ noch nachgelaufen, vergebens.

Ehepaar Tonweber

„Wir sind ,Bimbo’ und ,Bogy’ noch nachgelaufen, vergebens. Als der erste Schock dann vorbei, spürten wir die Schmerzen von unseren Verletzungen“, so das Ehepaar. Der Mann hatte mehrere Rippenbrüche erlitten und musste mit dem Notarzthubschrauber ins steirische Krankenhaus Feldbach geflogen werden. Mit Prellungen und einer verletzten Hand kam die Frau mit der Rettung ins Spital.

Schnelle Hilfe von Pferdefreunden
Vicki Janisch und Marissa Rössler eilten den Pferden zu Hilfe. „Wir mussten sie beruhigen und uns mit ihnen langsam entlang des Flussbettes bewegen, weil überall die Böschung zu hoch war“, schildern die beiden Pferdeprofis. Sie wateten hunderte Meter im teils hüfthohen, kalten Wasser, bis sie eine geeignete Stelle gefunden hatten. Im Reitstall der Familie Rössler in Poppendorf werden „Bogy“ und „Bimbo“ nun betreut.

Sogar das Bundesheer war nach dem Unfall im Einsatz. Die Kutsche geborgen hat die Feuerwehr Heiligenkreuz.

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