25.10.2021 11:25 |

Wegen besserer Löhne

Englische Busfahrer wechseln in die Lkw-Branche

Weil sich zahlreiche britische Busfahrer wegen jetzt besserer Löhne zu einem Wechsel in die Logistikbranche entschieden haben, und Brummi-Lenker werden, fehlen auf der Insel mittlerweile 4000 Busfahrer. Dadurch würden auf manchen Strecken bereits Verbindungen ausfallen, berichten englische Medien.

Die Abwanderung gehe auf den eklatanten Mangel an Lastwagenfahrern zurück, der die Löhne in der Branche steigen lasse, sagte am Sonntag Bobby Morton von der Gewerkschaft Unite dem Sender Sky News. Busfahrer hätten genauso wie Lkw-Fahrer lange Schichten und nicht genügend Toiletten und Sanitäranlagen zur Verfügung.

Busfahrer „wechseln gerade in Scharen“
„Daher denken sich die Leute jetzt, wenn wir weiter unter diesen viktorianischen Bedingungen arbeiten müssen, dann können wir auch für 20 Pfund (umgerechnet knapp 24 Euro) die Stunde einen Lastwagen fahren, statt für zehn Pfund (rund zwölf Euro) die Stunde einen Bus“, so Morton. „Daher gehen die Busfahrer gerade in Scharen in die andere Branche.“

Der Confederation of Passenger Transport UK zufolge fehlen derzeit rund 4000 Busfahrerinnen und Busfahrer in Großbritannien. Das Verkehrsministerium erklärte, man habe bereits die Verfahren für Fahrprüfungen und vorläufige Bus-Führerscheine beschleunigt.

Lieferketten teilweise unterbrochen
Der massive Mangel an Lastwagenlenkern - Schätzungen zufolge fehlen rund 100.000 Fernfahrer - hat in den vergangenen Wochen in Großbritannien für erhebliche Probleme gesorgt. So saßen etliche Tankstellen auf dem Trockenen, weil der Kraftstoff nicht zu ihnen transportiert werden konnte. Auch Supermarktregale blieben teilweise leer, Bauern mussten ihre Milch wegschütten.

Viele Fahrer aus der EU sind während der Pandemie in ihre Heimatländer zurückgekehrt und können nach dem Brexit nicht ohne weiteres wieder in Großbritannien leben und arbeiten. Die Regierung in London stellte temporäre Visa zur Abmilderung der Lage aus und ließ das Militär aushelfen. Eine echte Entspannung der Situation ist jedoch nicht in Sicht.

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