07.10.2021 08:59 |

Airport, Covid & Wahl

Landeshauptmann Kaiser: „Bin kein Marktschreier!“

Landeshauptmann Peter Kaiser steht im Interview mit „Krone“-Redakteur Fritz Kimeswenger Rede und Antwort. Auskunft gibt es auch auf die Kritik, er würde das Land nur verwalten. Weitere Themen: Lärmschutz, Flughafen sowie Corona-Kosten in der Kultur. Und: Droht Kärnten ein Valium-Wahlkampf? 

„Krone“: Herr Landeshauptmann, man wird den Eindruck nicht los, Sie unternehmen alles, um Kärnten in den Winterschlaf zu schicken. Brav verwalten, kaum gestalten, nur keine Fehler machen, könnte man sagen.
Peter Kaiser: Ich würde eher das Gegenteil behaupten. Aber sollen wir mit jedem kleinen Ding laut nach außen gehen? Vielleicht stimmt es aber, dass wir die Leistungen zu wenig verkaufen. Die Wirtschaft entwickelt sich gut, es gibt eher das Problem der fehlenden Fachkräfte.

Aber wo bleiben die sogenannten Leuchttürme?
Bitte denken wir an Infineon. Das war zwar eine private Investition, aber die öffentliche Hand hat sehr, sehr viel mitgeholfen in Sachen Verfahren.

Andere große Dinge - um Sie zu zitieren - wirken eingefroren: Flughafen, Lärmschutz entlang der Bahn im Zentralraum. Ein Irrtum?
Für mich ist klar, dass es als Folge der Koralmbahn im Zentralraum zur Trennung von Güter- und Personenverkehr kommen muss. Da gibt es Varianten, über die nächste Woche neue Gespräche geführt werden. Wir brauchen eine Trasse für den Güterverkehr, der Personenverkehr kann aber am Wörthersee bleiben.

Der Flughafen verkauft bereits vieles, was nicht niet- und nagelfest ist. Sonst ist weniger los als am gegenüberliegenden Friedhof. Hat der Airport überhaupt Zukunft?
Es gibt klare Zuständigkeiten. Ich habe x-mal aufgefordert, dass sich Investor Lilihill, die Kärntner Beteiligungsverwaltung und das Land zusammensetzen und reden. Zuständig für die KBV ist Regierungskollege Landesrat Martin Gruber. Ich kann nur appellieren.

Schwimmt Kärnten eigentlich im Geld? Zuletzt wurde bekannt, wonach jedes Ticket des Carinthischen Sommers mit 207 Euro (850.000 Euro Subventionen, 4100 verkaufte Karten) und jedes Ticket der Trigonale (270.000 Euro Subventionen, 1400 verkaufte Karten) mit 192 Euro subventioniert wurde.
Es gab pandemiebedingte Rückgänge bei den Besuchern, es gibt aber Drei-Jahres-Verträge. Man kann nie wissen, wie Saisonen verlaufen. Ich plädiere für eine verstärkte Zusammenarbeit von Trigonale und Carinthischem Sommer.

Wie nehmen Sie die Flirtversuche der FPÖ wahr?
Mit dem neuen Parteichef Erwin Angerer gibt es ein professionelles, gutes Gesprächsklima. Ich nehme an, die FPÖ wird auch anderen Parteien Avancen machen.

Droht uns damit eigentlich ein Valium-Wahlkampf? Angerer ist wie Sie eher von der ruhigen Art.
Ich spreche lieber von Wahlwettbewerb, ich mag den Begriff des Wahlkampfes nicht. Ich bin und werde jedenfalls nie zu einem Marktschreier, das wird man bei Peter Kaiser nicht erleben. Mein Stil ist gut bekannt - und ich werde mich in keine Konflikte hineinsteigern.

Fritz Kimeswenger
Fritz Kimeswenger
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