Ablenkung im Stress-Training oder gezielte Provokation? Nachdem die Wogen um Motive einer Schießveranstaltung unter dem Motto „Ibiza wie es wirklich war“ hochgingen, erklären die Verantwortlichen, was es mit den Schaufensterpuppen und dem Ehrenschutz der Politik auf sich hatte.
Österreichweit hatte die Schießveranstaltung in kleinen Kennelbach (Vorarlberg) für Schlagzeilen gesorgt. Jetzt meldet sich der Verantwortliche der „Interessengemeinschaft Schießkeller Kennelbach der Exekutivbeamten“, Karl-Heinz Rösler, zu Wort.
In einer schriftlichen Stellungnahme betont er, dass es sich bei den Darstellungen keineswegs um gezielte Diffamierungen gehandelt habe. „Selbstverständlich bestand dabei nie die Absicht, Frau Rendi-Wagner und Herrn Strache persönlich zu verunglimpfen.“
Eine spontane Idee
Die Idee für die Szenerie sei erst spontan beim Aufbau entstanden, als die verwendete Tapete an ein südländisches Gebäude erinnerte. Daraus sei unter dem Motto „Ibiza wie es wirklich war“ eine Kulisse gestaltet worden. Die Schaufensterpuppen dienten dabei lediglich als Ablenkung und Staffage im Raum, um eine realitätsnahe Entscheidungssituation zu simulieren.
Beim Wettschießen ging es nach Angaben des Veranstalters um das Training von Einsatzkräften unter extremem Stress. „In dem Bewerb wurde auch die richtige Entscheidung beim Nichtschießen durch entsprechende Punkte honoriert. Es fand daher keine planlose Ballerei statt“, betont Rösler.
Die Teilnehmer mussten in Sekundenschnelle entscheiden, ob eine Bedrohung vorlag oder nicht. Aufgrund des hohen Drucks hätten viele Schützen die Details der Aufbauten gar nicht bewusst wahrgenommen. Zudem fand die Veranstaltung komplett unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.
Landesrat und Landespolizeichef nicht vor Ort
Zudem hätten der damalige Sicherheitslandesrat Christian Gantner und Ex-Landespolizeidirektor Hans-Peter Ludescher zwar den Ehrenschutz übernommen, während der dreitägigen Veranstaltung und der abschließenden Siegerehrung waren sie nicht anwesend. „Sie hatte daher keine Kenntnis über den Ablauf des Bewerbs“, ergänzt Rösler. Dass die Ehrengäste in die Diskussion hineingezogen wurden, bedauere man sehr.
Abschließend zeigt sich der Vereinsleiter enttäuscht über die öffentliche Darstellung der Arbeit der Interessengemeinschaft, die seit Jahrzehnten unentgeltlich Trainingsmöglichkeiten für Exekutive und Bundesheer bereitstellt. „Es irritiert schon, dass kaum jemand persönlich das Gespräch mit mir gesucht hat. Wir werden nach 50 Jahren unseres Bemühens durch eine kurzsichtige Medienkampagne öffentlich durch den Schmutz gezogen“, meinte Rösler. Der Bewerb wurde bereits 2024 aufgrund des enormen materiellen und personellen Aufwands eingestellt.
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