Große Aufregung herrscht derzeit im Bezirk Kufstein. Anfang des Monats sollen zwei Kapellen bei einem Marsch umstrittene Lieder aus der NS-Zeit gespielt haben.
Der Vorfall datiert auf den 4. Oktober. An diesem Tag haben die Bundesmusikkapellen Oberlangkampfen und Landl unabhängig voneinander den Standschützen-Marsch von Sepp Tanzer bei der Veranstaltung „Sterne der Blasmusik“ gespielt, wie die TT und der Kurier berichteten. Der Marsch, der 1942 als Auftragswerk von Gauleiter Franz Hofer entstand und später von Hitler und Mussolini dirigiert worden war, gilt seit längerer Zeit als umstritten.
Bei uns wurde diesbezüglich keine Anzeige eingebracht.
Ein Sprecher der Polizei
Empfehlung auf Verzicht seit 2013
Seitens des Blasmusikverbandes Tirol gibt es seit 2013 die offizielle Empfehlung, den Marsch aus Respekt der Opfer der NS-Zeit nicht zu spielen. Gegenüber der TT versteht der Stadtrat Walter Thaler, Mitglied bei der Stadtmusikkapelle Kufstein, die Aufregung nicht: „Es gibt kein Verbot, nur eine Empfehlung den Marsch nicht zu spielen. Dann müsste man auch die Wagner-Aufführungen in Erl verbieten.“
Bei Polizei keine Anzeige
Bei der Exekutive wurde der Vorfall jedenfalls nicht angezeigt. Auf „Krone“-Nachfrage bei der Polizeipressestelle sagt ein Sprecher, dass „bei uns diesbezüglich keine Anzeige vorliegt“.
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