23.02.2021 08:00 |

Initiativen-Vernetzung

Land beschließt heute Millionen gegen Bahnlärm

Beim Schutz vor „Zugdonner“ in Kärnten macht die Politik endlich Tempo. Heute beschließt die Regierung ein millionenschweres Lärmschutz-Paket für betroffene Gemeinden; Bürgerinitiativen in Europa schließen sich zu einer Allianz zusammen; in Klagenfurt sollen Lärmhotspots endlich entschärft werden: Messungen starten.

Während der Ausbau der Bahnstrecke im Süden voll in Fahrt ist, ist die Politik beim Schutz vor akustischer Umweltverschmutzung vor allem durch vorbeidonnernde Güterwaggons säumig. Jetzt nimmt der Lärmschutz endlich Fahrt auf: Heute, Mittwoch, beschließt die Politik in der Regierungssitzung einen hochdotierten Lärmschutzfonds. Für vom Zugdonner geplagte Gemeinden stehen sechs Millionen Euro zur Verfügung. Mobilitätslandesrat Sebastian Schuschnig: „Mit dem Lärmschutzfonds entlasten wir die Gemeinden und bringen so Lärmschutzmaßnahmen schneller voran.“

Die Projektierungskosten würden dabei zur Gänze vom Land übernommen. Für Schutzwände stellen Land und ÖBB pro Gemeinde zwei Millionen Euro bereit. Die lärmtechnische Sanierung der Bestandsstrecke ist geplant.

Entlastung soll es zeitnahe auch beim Bahnlärm-Hotspot in Klagenfurt geben: In Waidmannsdorf hat die Stadt jetzt eine Messstelle für Bahnlärm-Untersuchungen eingerichtet. Die Stahlbrücke über den Lendkanal wird dann endlich lärmtechnisch saniert; sie gilt konstruktionsbedingt als ganz besonders laut.

Auf einer weiteren Front wehren sich die betroffenen Bürger gegen den Zugdonner: Initiativen in Europa formieren sich als Allianz. Markus Steindl von „Stopp den Bahnlärm“: „Wir gründen als Vereine die ersten europäischen Lärmschutzzonen.“

Den Anfang machen die Regionen Rheintal (Deutschland) und Wörthersee. „Wir fordern Politik, Bahnbetreiber und Parteien auf, dass unsere Bürger, Städte, Wohngebiete und Tourismusregionen unverzüglich geschützt werden und dass der Schutz rechtlich verankert wird.“ Geht es nach der Weltgesundheitsorganisation (WHO), ist Bahnlärm die zweitgrößte Umweltbelastung in ganz Europa.

Thomas Leitner
Thomas Leitner
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