In der Ukraine funktionierten wichtige Satellitenempfänger für Drohnen plötzlich nicht mehr wie gewohnt - mit Folgen für Angriffe auf russische Truppen. Nun steht ein brisanter Verdacht im Raum: Die Anweisung, das System für das ukrainische Militär einzuschränken, soll direkt aus dem Weißen Haus gekommen sein.
Nach Angaben von drei mit der Angelegenheit vertrauten Regierungsvertretern wurde die Führung des US-Verteidigungsministeriums darüber informiert, dass der Starshield-Dienst von SpaceX für das ukrainische Militär verlangsamt werden müsse. Zwei der Informanten gehören der US-Regierung an, der dritte einer westlichen Regierung. Details zu der mutmaßlichen Anweisung nannten sie nicht.
Empfänger funktionierten auf einmal nicht mehr
Ukrainische Regierungsvertreter hatten zuvor berichtet, dass militärische Starlink-Empfänger an schnell fliegenden Drohnen plötzlich nicht mehr funktionierten. Das habe sowohl Angriffe auf russische Truppen in besetzten Gebieten als auch den Abschuss russischer Shahed-Drohnen beeinträchtigt.
Am Donnerstag gab eine Person aus dem ukrainischen Verteidigungsministerium allerdings teilweise Entwarnung. Demnach funktionierten die Empfänger während des Flugs wieder - allerdings nur bis zu einer Geschwindigkeit von 160 km/h.
Trump weist Verantwortung von sich
Die vorübergehende Einschränkung von Starshield soll erfolgt sein, nachdem US-Präsident Donald Trump Druck auf Kiew ausgeübt hatte, Angriffe auf russische Ölraffinerien einzustellen. Trump macht diese Angriffe für die stark gestiegenen Energiepreise verantwortlich. Die hohen Kosten für Energie könnten nach seiner Einschätzung auch die Chancen seiner Republikanischen Partei bei den Zwischenwahlen im November verschlechtern.
Experten sehen die Ursachen für den Anstieg der Energiekosten allerdings vor allem im Krieg der USA und Israels gegen den Iran. Dieser habe iranische Angriffe auf Energieanlagen ausgelöst und die wichtige Straße von Hormuz weitgehend lahmgelegt.
Ein hochrangiger US-Regierungsvertreter bestritt auf Anfrage, dass Trump selbst die Einschränkung angeordnet habe. „Eine solche Anweisung hat der Präsident nie erteilt“, erklärte er. Das Weiße Haus beantwortete hingegen nicht die Frage, ob ein anderer Regierungsvertreter die Anweisung erteilt haben könnte.
Musk verweist auf Kontrolle durch US-Regierung
Hinter Starshield steht das Raumfahrtunternehmen SpaceX von Elon Musk. Der Dienst wurde speziell für staatliche Kunden und den Bereich der nationalen Sicherheit entwickelt, insbesondere für das US-Verteidigungsministerium. Als technische Grundlage dient die Satellitenkonstellation von Starlink.
Musk erklärte am Mittwoch auf seiner Plattform X, dass Starshield-Systeme der US-Regierung gehörten und von ihr kontrolliert würden. Über Einschränkungen bei Geschwindigkeit oder Nutzung entscheide daher das US-Militär oder der Präsident.
Eine Stellungnahme von SpaceX, dem US-Verteidigungsministerium und der ukrainischen Botschaft in Washington lag zunächst nicht vor. Damit bleibt auch offen, wer die mutmaßliche Einschränkung tatsächlich angeordnet hat und welche konkreten Gründe dafür ausschlaggebend waren.
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