„Krone“-Kommentar

Lohnrunde: Mehr Netto vom Brutto

Kolumnen
18.09.2021 06:00

Im Vorfeld zur Metaller-Lohnrunde, die für die gesamte Wirtschaft richtungsweisend ist, hat das übliche Säbelrasseln eingesetzt. Nach einem Vorjahr, als man sich mit der Inflationsrate begnügte, muss es heuer mehr sein. Deutlich mehr, wie die Gewerkschafter tönen. Ja, ja, schon verstanden - aber sollte man diese Lohnrunde nicht dazu nutzen, Unsinnigkeiten auszumerzen und bürokratische Folter-Vorschriften für alle Unternehmen abzuschaffen?

Im Klartext: Die Firmen zahlen überwiegend ordentliche Löhne, aber die Abzüge sind dann so hoch, dass die Mitarbeiter enttäuscht sind. Mehr Netto vom Brutto, das ist nicht nur ein flotter Slogan, das ist eine dringende Forderung auch an die Sozialpartner.

Ja, denn diese haben es jetzt bei den Verhandlungen in der Hand, Veränderungen zum Positiven zu beschließen. Überlegen wir nur: Es geht bei der Berechnung der Löhne nicht nur um die Lohnsteuer, ha, das wäre eine leichte Übung. Nein, nein, da ist die Sozialversicherung, die Wohnbauförderung, der Beitrag zum Familienlastenausgleichsfonds, die Kammerumlage, Kommunalsteuer, Mitarbeitervorsorge, Zuschlag zum Dienstgeberbeitrag - alle Lohnverrechnerinnen in diesem Land sind zu Bürokratie-Sklaven degradiert worden. Statt eine einfache Abrechnung zu ermöglichen (viele Länder haben das), gibt es Aufschläge, Abzüge, eigene Tabellen für Unterschiedliches - höchste Zeit, dass das ausgemerzt und einfach gemacht wird. Millionen von unproduktiven Arbeitsstunden fallen derzeit an. Weg damit - dann gibt es auch endlich mehr Netto vom Brutto!

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