Die Dittlbacherin ging, wie vorhersehbar, milde mit Ihnen um. Ein „Sommergespräch“ ohne Ecken und Kanten, bitterbösen Blicken und aggressiven Unterbrechungen. Ein Plauscherl, spannungslos, ermüdend.
Wie gesagt - vorhersehbar. Denn dass die linke Lou der linken Pam mit harten Bandagen kommen würde, konnte ausgeschlossen werden. Im ORF nämlich geht’s nun einmal zu, wie es zugeht, ist es, wie es ist.
Jedenfalls bis 1. Jänner 2022, wenn der türkise Roland Weißmann anstelle des roten Alexander Wrabetz auf dem Küniglberg das Sagen hat.
Aber zurück zu Ihnen, der ersten Frau an der Spitze der SPÖ, die Kanzlerin werden will und an ihre Chance tatsächlich glaubt, wie sie versichert. Das hat mich einmal mehr fasziniert. Denn Sie sind eine hochintelligente Person, stehen mitten im Leben, haben sich an die Spitze gekämpft, zuerst als Ärztin, dann in der Politik.
Sie sind eloquent, sehen gut aus, können sich durchsetzen, haben Mut, besitzen Stehvermögen. Kurzum, Sie sind eine Feministin, die man ernst nehmen muss. Eine Frau von Format. Eine Zierde Ihres Geschlechts.
Nur eines sind Sie nicht: Politikerin. Dazu sind Sie zu grad, zu anständig, Sie können und wollen nicht täuschen, lügen, hintergehen. Sie sagen, was Sie denken. Und genau das ist Ihr Drama. Dass Sie die Einzige sind, die an sich als Politikerin glaubt.
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