Das Wienerische ist voller wunderbarer Wortkreationen. Ob nun der Freund ein „Hawara“ ist oder der Besserwisser ein „Gschaftlhuawa“, die „Zwidawurzn“ den Wiener Grant zelebriert oder das „Sackerl für dein Gackerl“ dem Kotbeutel Charme verleiht. Sich durch den Sprachschatz der Bundeshauptstadt zu wühlen, ist ziemlich leiwand.
Das tat auch die Schauspielerin Katharina Straßer für ihren humoristischen Liederabend „Wienerisch für Anfänger“. In einem „Seitenblicke“-Interview gestand sie allerdings fröhlich, dass sie mit „Gaugau“, dem verweichlichten Kakao, als gebürtige Tirolerin nie warm geworden sei. Auch ihren Freund nehmen sie und ihre Kinder deswegen gerne auf die Schaufel. Das wäre jetzt eigentlich ziemlich wurscht – gäbe es nicht die Social-Media-„Ungustln“, die aus jeder Gelse einen wütenden Elefanten machen. Für diese harmlose Aussage musste sich Straßer wüst beschimpfen lassen – in zutiefst persönlichen Kommentaren voller Hass, Häme und Frauenverachtung.
Ganz ehrlich: Wo simma denn? Reichen schon solche Nichtigkeiten, damit in dieser bierernsten Empörungssubkultur für ein bisserl Schmäh, aber vor allem Respekt und Miteinander kein Platz mehr bleibt? Denkt da noch einer darüber nach, wie er selbst gerne behandelt werden will, bevor er seine Kommentare rauswürgt?
Wenn bereits ein lauwarmer Kakao die Gemüter so heiß laufen lässt, dann ist das tatsächlich ein besorgniserregender, gesellschaftlicher „Gaugau“-Supergau.
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