Im Interview im Zuge der „Krone“-Serie spricht Markus Golla, Studiengangsleiter für Gesundheits- und Krankenpflege an der IMC Fachhochschule in Krems, über das Image des Pflegeberufes und wie sich der Pflegenotstand beheben lässt.
Herr Golla, die für die Pflegeheime zuständige Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister forderte zuletzt, dass auch die Pflegeausbildung Teil der Pflegereform sein muss. Sie haben den direkten Draht zu dem Fachpersonal von morgen. Was muss da genau reformiert werden?
Markus Golla: Da gib es eine Menge zu reformieren. Wir brauchen Stipendien für alle Kategorien der Ausbildung, ältere Personen müssen bundesweit durchs Arbeitsmarktservice gefördert werden und die veralteten Strukturen im Gesundheitswesen müssen weichen.
Oft kritisiert wird, dass der Einstieg in die Pflege zu kompliziert sei. Braucht es niederschwelligere Lösungen?
Der Einstieg ist ganz und gar nicht kompliziert. Es gibt viele Optionen für die Assistenzberufe, aber auch fürs Studium. Allein im Studium gibt es eine Vielzahl an Optionen auch ohne Matura. Leider werden Interessierte oft zu wenig aufgeklärt oder sogar mit Falschinformationen gefüttert. Daran müssen wir arbeiten.
Mehr als hundert Studierende starten bald ihr Studium an der Fachhochschule in Krems. Was erwartet ihre angehenden Schützlinge?
Neben dem Studium haben wir jede Menge Zusätze ausgearbeitet: Zusammenarbeit mit Studierenden aus anderen Ländern, ein neues Zertifikat, neueste Technologien und vieles mehr.
Parallel zum Unterricht an der FH betreiben Sie auch einen Youtube-Kanal, der sich dem Pflegethema widmet. Muss das Thema für die breite Bevölkerung greifbarer gemacht werden, um die Wertschätzung für den Beruf zu steigern?
Beim Youtube-Kanal „Pflege Professionell“ geht es nicht nur um die Wertschätzung, sondern auch um aktuelle Themen, Probleme, Meinungen und auch um die Möglichkeit, berühmte Pflegepersonen zu Wort kommen zu lassen. Leider ist die mediale Berichterstattung immer nur schwarz oder weiß.
Daten und Fakten: Der Bachelor-Studiengang Gesundheits- und Krankenpflege an der IMC Fachhochschule in Krems umfasst sechs Semester sowie knapp 3200 Praktikumsstunden. Im 5. und 6. Semester haben Studierende dann die Möglichkeit, sich mittels eines Wahlmoduls weiter zu spezialisieren. Zur Auswahl stehen die Bereiche Pflege bei Kindern und Jugendlichen, Onkologische Pflege, Pflege im Unfall- und Neuro-Rehabilitationsbereich sowie Pflege in Krisenzeiten und Krisengebieten. Bewerbungen sind noch bis zum 31. August möglich. Nähere Informationen dazu unter: www.fh-krems.ac.at
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