„Überschießend“

3-G-Regel am Arbeitsplatz? WKO gegen SPÖ-Vorstoß

Wirtschaft
13.08.2021 06:00
Porträt von Kronen Zeitung
Von Kronen Zeitung

SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner will, dass auch in Betrieben kontrolliert wird, ob man geimpft, getestet oder genesen ist (siehe Video oben). Dass es etwa für Großraumbüros keine derartigen Corona-Regeln gibt, könne sie nicht nachvollziehen. Die Wirtschaftskammer hält davon jedoch wenig: Der Vorschlag sei „überschießend“.

Dass beim Besuch eines Kaffeehauses die 3-G-Regel gilt, nicht aber in Großraumbüros oder etwa Fleischverarbeitungsbetrieben, ist nach Ansicht der SPÖ-Chefin widersprüchlich. Rendi-Wagner forderte deshalb erneut von der Regierung, sich mit den Sozialpartnern zusammenzusetzen, um Verschärfungen zu besprechen.

Dies wäre, so Rendi-Wagner, „ein enormer Sicherheitshebel“, und zwar für rund vier Millionen Beschäftigte. Schließlich verbringe man ja die meiste Zeit am Arbeitsplatz. „Wenn die Zeit davonläuft, läuft uns das Virus davon, und die vierte Welle ist nicht kontrollierbar“, sagt sie.

ÖGB „gesprächsbereit“
Bei den von ihr angesprochenen Sozialpartnern herrscht dabei jedoch alles andere als Einigkeit. Während der ÖGB ausrichten lässt, dass man den SPÖ-Vorschlag „positiv“ finde und „gesprächsbereit“ sei, weil die „Sicherheit der Arbeitnehmer seit Beginn der Pandemie für die Gewerkschaftsbewegung an oberster Stelle steht“, kommt aus der Wirtschaftskammer eine Abfuhr.

Es gebe bereits Konzepte in Betrieben, der Vorschlag der SPÖ-Chefin sei daher „in seiner Generalität überschießend“ und „unverhältnismäßig“. 3-G am Arbeitsplatz brächte bloß „zusätzliche Bürokratie“, heißt es. Stattdessen sollte man laut Kammer auf „niederschwellige Impfangebote“ setzen.

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