Viele Jahre hindurch waren bei den Austrian Airlines Propeller-Flugzeuge der Marke Dash 8 im Einsatz. Inzwischen wurden alle verkauft und durch moderne Jets ersetzt. Die Piloten erhielten das Angebot, sich bei gleichen Bezügen umschulen zu lassen. Zwölf der 28 Kapitäne verweigerten dies und werden nun gekündigt.
Hinter den Kulissen liefen fieberhaft Gespräche ab: Zum Erstaunen des AUA-Managements wollen zwölf der 28 Dash-Kapitäne nicht auf das Angebot eingehen, sich auf moderne Flugzeuge umschulen zu lassen. Dabei wären in diesem Fall keine Gehaltseinbußen und auch kein Job-Verlust zu befürchten. Man wolle, so die AUA, diese Piloten behalten. Aber es sei notwendig, sie auf modernen Jets auszubilden.
Piloten-Weigerung verwundert
Manche der stolzen Kapitäne fürchten, dass sie künftig nur noch eine Rolle als Co-Pilot hätten. Einige wollen auch den Dienstort nicht wechseln. Was im Konkurrenz-intensiven Fluggeschäft verwundert. Denn auch die Billig-Airlines haben Personal abgebaut, und die AUA-Piloten, die nur Dash 8 fliegen dürfen, werden von Ryanair, Wizz Air & Co. wohl kaum gebraucht.
Dem AUA-Management reicht es jetzt jedenfalls. Es leitete Schritte ein, die Dienstverhältnisse mit den zwölf Piloten zu lösen.
Betriebsrat und Gewerkschaft kündigen Klagen an
Betriebsrat und Gewerkschaft wiesen mittlerweile den Vorwurf der Verweigerung von Umschulungen scharf zurück - und kündigten gerichtliche Klagen an. „Im Gegensatz zu den Darstellungen des Unternehmens liegen uns mehrere Schreiben der Betroffenen an die AUA vor. In diesen haben sie sich ausdrücklich als arbeitswillig und arbeitsbereit deklariert. Zudem haben diese Mitarbeiter nie eine Umschulung verweigert. Das Unternehmen hat vielmehr die Bewerbungen Einzelner nicht akzeptiert, da sie im Zuge der Umschulung den Stationswechsel aus den Länderbasen auf den Flughafen Wien abgelehnt haben.“
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