Ab Oktober angedacht
CDU will kostenpflichtige Tests für Ungeimpfte
Die deutsche CDU hat sich für kostenpflichtige Corona-Tests ab Oktober ausgesprochen. Die Tests sollten zahlungspflichtig für diejenigen sein, für die auch eine Impfung bereitstehen würde, sagte am Montagnachmittag der Generalsekretär der Partei, Paul Ziemiak (siehe Video oben), nach einer Sitzung des Parteipräsidiums in Berlin.
„Also sollen, so ist unsere feste Überzeugung, die kostenlosen Tests in zwei Monaten auslaufen“, sagte er. Das solle aber nicht für Menschen gelten, für die eine Impfung nicht generell empfohlen werde. „Bitte lassen Sie sich impfen“, appellierte Ziemiak an die Bevölkerung.
„Wir sagen aber auch ganz klar, dass bei der Frage der Testungen und der Frage des Impfens wir jetzt in einer Situation, wo jeder die Möglichkeit hat, sich impfen zu lassen, das tun sollte und in Zukunft auch seine Tests ab Oktober wird selbst bezahlen müssen. Denn es ist niemandem zu erklären, warum das durch alle gemeinsam finanziert werden soll“, sagte Ziemiak.
Knapp 55% der Deutschen vollständig geimpft
Die Impfkampagne in Deutschland hatte sich zuletzt deutlich verlangsamt. Laut Angaben des Bundesgesundheitsministeriums sind derzeit 54,8 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft.
Der deutsche Kanzleramtschef Helge Braun erklärte vor zwei Wochen in einem Interview mit der „Bild am Sonntag“, der Staat habe die Pflicht, die Gesundheit seiner Bürger zu schützen. Dies gelte auch für nicht gegen das Coronavirus Geimpfte. „Geimpfte werden definitiv mehr Freiheiten haben als Ungeimpfte“, betonte der CDU-Politiker und löste damit eine breite Debatte aus.
Bereits Ende Juli hatte SPD-Justizministerin Christine Lambrecht (Bild oben) mit einem ähnlichen Vorstoß für Aufsehen gesorgt. Sie lehnte zwar eine allgemeine Impfpflicht klar ab, forderte aber, Ungeimpfte sollten künftig für ihre Corona-Tests selbst bezahlen und diese „nicht mehr auf Kosten der Allgemeinheit“ gehen. Ähnliche Forderungen gab es auch bereits in Österreich - zuletzt vom oberösterreichischen Ärztekammerpräsidenten Peter Niedermoser.
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