26.07.2021 09:07 |

Gegen Angst und Stress

Studie belegt: Musik half durch die Corona-Krise

Musik hilft Menschen, besser durch Krisen wie etwa die Corona-Pandemie zu kommen. Das belegt eine Studie des Max-Planck-Instituts für empirische Ästhetik in Frankfurt am Main mit Menschen aus sechs Ländern auf drei Kontinenten. 5000 Menschen wurden während des ersten Lockdowns von April bis Mai 2020 für repräsentative Stichproben online befragt.

Die Befragten aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Indien und den USA beantworteten Fragen zu ihrem Umgang mit Musik während der Krise. „Mehr als die Hälfte der Befragten gab an, Musik zur Bewältigung emotionaler und sozialer Stressfaktoren zu verwenden“, berichten die Forscher in der Fachzeitschrift „Humanities and Social Sciences Communications“.

Laut Melanie Wald-Fuhrmann, Direktorin an dem Max-Planck-Institut, dient nicht die Musik selbst als Hilfe zur Bewältigung der Ausnahmesituation, sondern „die Art und Weise, wie die Menschen ihren Umgang mit Musik in der Krise verändert haben.“ Je nach Stimmung würden Musikhören und Musikmachen „unterschiedliche Bewältigungspotenziale“ bieten.

Musikhören gegen depressive Stimmung
Menschen mit pandemiebedingt stärkeren negativen Emotionen setzten Musik demnach in erster Linie zur Regulierung von Depressionen, Angst und Stress ein. Diese Strategie komme besonders beim Musikhören zum Einsatz.

Menschen mit einer vorwiegend positiven Grundstimmung nutzten Musik dagegen vor allem als Ersatz für soziale Interaktionen. Ihnen vermittle Musik sowohl beim Zuhören als auch beim Musizieren ein Gefühl von Zugehörigkeit und Gemeinschaft. Beim Musizieren könne die Musik darüber hinaus als „Mittel zur Selbstreflexion“ dienen.

„Corona-Musik“ als Reaktion auf die Krise
Eine besondere Rolle spielte dabei die „Corona-Musik“ - also neu komponierte Stücke über die Pandemie oder alte Songs, deren Texte mit Corona-Bezug überarbeitet wurden. Das Interesse an solchen Stücken trug demnach dazu bei, dass ein Mensch die Beschäftigung mit Musik in der Krise als hilfreich empfand. „Corona-Musik“ biete die Möglichkeit, kollektiv auf gesellschaftliche Herausforderungen zu reagieren und stärke damit die Widerstandsfähigkeit des Einzelnen und der Gemeinschaft.

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