25.06.2021 09:14 |

„Bis zum Totalausfall“

Millionenschäden nach Unwettern in Österreich

Schwerste Hagelunwetter haben am Donnerstag Millionenschäden hinterlassen. Häuser wurden beschädigt, Dächer regelrecht zertrümmert und etliche Autos demoliert. In der Landwirtschaft geht man „aufgrund der Unwetter von einem Gesamtschaden in den Bundesländern Oberösterreich und Niederösterreich von 28 Millionen Euro aus“, teilte Kurt Weinberger, Vorstandsvorsitzender der Österreichischen Hagelversicherung, mit. Die Verwüstungen reichen „bis hin zum Totalausfall“.

Von Westen kommend zogen die Gewitterwolken Richtung Osten und entluden sich in den Abendstunden über weiten Teilen des Landes. Mit 19 Millionen Euro gab es den höchsten Schaden durch Hagelunwetter in Niederösterreich. „Alt eingesessene Bewohner und erfahrene Feuerwehrleute erzählten, dass sie ein derartiges Unwetter noch nie erlebt hätten“, schilderte Franz Resperger vom Landesfeuerwehrkommando.

Tennisballgroße Hagelkörner
Besonders betroffen waren die Bezirke Zwettl, Gmünd, Tulln, Hollabrunn und Mistelbach, Schäden gab es aber auch in den Bezirken Neunkirchen und Bruck an der Leitha. Am Abend wurde vor allem das Weinviertel zum Hotspot. Vielerorts - wie in Hollabrunn - gab es tennisballgroße Hagelkörner. „Vom Getreide bis zum Wein entstand auf einer Gesamtfläche von rund 26.000 Hektar ein Schaden. Oftmals ist die Ackerkultur gar nicht mehr erkennbar“, bilanzierte Josef Kaltenböck, Landesleiter NÖ-Ost der Hagelversicherung.

Faustgroße Hagelkörner gingen auf Schrattenberg bei Poysdorf (Bezirk Mistelbach) nieder. Die Dächer von 250 Objekten in der 834 Einwohner zählenden Gemeinde in einer Talmulde am Fuße des 291 Meter hohen Raistenberges wurden nach Feuerwehrangaben zum Teil massiv beschädigt. Über das Ausmaß der Zerstörungen herrschte blankes Entsetzen. Am späten Abend kam es in Wildendürnbach außerdem zu einem Scheunenbrand durch Blitzschlag.

Insgesamt standen im Bundesland 1600 Mitglieder von 110 Feuerwehren im Einsatz. Nahe der niederösterreichischen Grenze in Tschechien fegte zudem ein heftiger Wirbelsturm über die Region und hinterließ eine Spur der Verwüstung.

Agrar-„Totalausfälle“ in Oberösterreich
In Oberösterreich belief sich der Gesamtschaden im Agrarbereich auf neun Millionen Euro. „Betroffen sind alle landwirtschaftlichen Kulturen, Wintergerste ist die Hauptkultur - das Schadensausmaß reicht bis hin zu einem Totalausfall“, so der oberösterreichische Landesleiter der Hagelversicherung, Wolfgang Winkler. Laut Landesfeuerwehrkommando Oberösterreich war vor allem das Mühlviertel, konkret die Bezirke Rohrbach, Urfahr-Umgebung und Freistadt, von Unwettern betroffen.

952 Einsätze der Feuerwehren wurden in Oberösterreich registriert. Am schlimmsten traf es die Bezirke Grieskirchen, Urfahr-Umgebung, Rohrbach und Freistadt. 104 Feuerwehren mit rund 1560 Helfern mussten zu Überflutungen, Sturm- und Hagelschäden ausrücken, unter anderem zerstörte Dächer provisorisch eindecken und Straßen von umgestürzten Bäumen befreien, so das Landesfeuerwehrkommando Oberösterreich. In Linz richtete das Unwetter vor allem im Stadtteil Pichling schwere Schäden an. Laut Berufsfeuerwehr gab es dort bei mehreren Häusern Totalschäden an den Dächern, Glashäuser wurden zerstört und viele Autos schwer beschädigt, hieß es am Freitag.

9000 Hektar in der Steiermark betroffen
Josef Kurz, Landesleiter in der Steiermark, teilte mit, dass in der „Grünen Mark“ eine landwirtschaftliche Fläche von fast 9000 Hektar betroffen war. Das Schadensausmaß beläuft sich auf 600.000 Euro. Im Bundesland Salzburg war die Lage im Gegensatz zu den vergangenen Tagen ruhig, so das Landesfeuerwehrkommando zur APA.

Friedrich Schneeberger
Friedrich Schneeberger
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