Vorsprung bei Öffnung

Regierung bei Gastro-Besuchen ohne Tests zögerlich

Politik
15.06.2021 15:20
Porträt von krone.at
Von krone.at

Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) und Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP) halten wenig davon, für Menschen ohne Impfung oder überstandene Corona-Erkrankung den Lokalbesuch ohne Tests zu ermöglichen. „Mein intuitiver Zugang ist, dass wir gut beraten sind, durchaus daran festzuhalten“, so Kogler am Dienstag. Auch Blümel verwies auf Österreichs Vorsprung bei Öffnungen im Vergleich zu Deutschland und auf die Delta-Variante und rief zur Vorsicht auf.

„Mit der Systematik des Reintestens ist uns sehr sehr viel gelungen“, so Kogler. Die Expertengespräche der kommenden Wochen würden das Thema aufgreifen, aber Mutationen wie die Delta-Variante seien auch „nicht ganz vernachlässigenswert“. Man sehe, dass in Großbritannien trotz höherer Durchimpfungsrate die Zahlen wieder exponentiell steigen, das „sollte uns zumindest zum Nachdenken veranlassen“.

Die 3-G-Politik, also Testpflicht für alle ohne Impfung, setze Österreich in die Lage, „großzügig zu sein“, etwa mit größeren Gruppen bei Indoor-Veranstaltungen. Auch wenn die Aufhebung der Testpflicht populär wäre, müsse man Kosten und Nutzen sorgsam abwägen.

Österreich habe einen „sehr guten Weg“ bei den Corona-Maßnahmen gewählt und liege bei den Öffnungen zwei bis drei Wochen vor Deutschland, was nicht nur psychologisch, sondern auch volkswirtschaftlich wichtig sei, sagte Blümel. Es wäre schlecht, den Vorsprung aufs Spiel zu setzen.

Auch sehe man gerade in Großbritannien, dass Lockerungsmaßnahmen wegen der Delta-Variante verschoben werden müssen, Österreich dürfe nicht „aus Übermut“ in eine ähnliche Position kommen, so Blümel.

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