11.06.2021 12:27 |

Leiche in Sporttasche

Mädchen (6) tot im Meer vor Teneriffa gefunden

Eine Sechsjährige, die in Spanien seit eineinhalb Monaten mit ihrem Vater und ihrer einjährigen Schwester vermisst war, ist nun tot im Meer vor Teneriffa gefunden worden. Die in einer Sporttasche verstaute Leiche wurde am Donnerstagabend im Atlantik in etwa 1000 Metern Tiefe auf dem Meeresgrund drei Seemeilen vor der Nordostküste der Insel mithilfe eines Tauchroboters entdeckt und geborgen, berichtete die spanische Polizei.

Die Behörden vermuten, dass der Vater die beiden Mädchen Olivia und Anna entführte, nachdem er sich mit der auf Teneriffa wohnenden deutschstämmigen Mutter der Mädchen gestritten hatte. Von dieser lebte er getrennt. Nun werde laut den Ermittlern befürchtet, dass der 37-Jährige beide Kinder getötet und Suizid begangen habe.

Das Entsetzen in Spanien war riesengroß, auch im Madrider Regierungspalast. „Ich kann mir den Schmerz der Mutter der auf Teneriffa verschwundenen kleinen Anna und Olivia angesichts der schrecklichen Nachrichten, die wir gerade erfahren haben, nicht vorstellen“, schrieb der sozialistische Ministerpräsident Pedro Sanchez auf Twitter.

Leiche an Bootsanker festgebunden
Die Tasche mit der Leiche der Sechsjährigen sei am Anker eines Bootes des Vaters festgebunden gewesen. Das leere Boot war schon vor einiger Zeit auf dem Meer treibend gefunden worden. Die Polizei hatte dort auch Blutspuren entdeckt. Die Suche nach den beiden weiterhin vermissten Personen werde fortgesetzt.

„Du wirst die Mädchen und mich nie wiedersehen“
Der Vater und die Mädchen waren von der Mutter am 27. April als vermisst gemeldet worden. Der Mann rief seine Ex-Frau wenig später an und sagte ihr: „Du wirst die Mädchen und mich nie wiedersehen.“ Nach Medienberichten schickte er via WhatsApp auch Mitteilungen an Bekannte, die sich wie Abschiedsnachrichten lasen.

Er war Ende April von Zeugen am Hafen von Santa Cruz de Tenerife gesehen worden, wie er spätabends Taschen in sein Boot lud. Diese Szenen wurden von Überwachungskameras festgehalten. Die verzweifelte Mutter, die nach dem Verschwinden ihrer Töchter auf Instagram auch Videos der Mädchen postete, hatte bisher angenommen, dass der Vater vorgehabt habe, mit den Kindern im Boot in ein afrikanisches Land zu fliehen.

Wenn Sie oder eine Ihnen nahestehende Person sich in einer psychischen Ausnahmesituation befinden oder von Suizid-Gedanken betroffen sind, wenden Sie sich bitte an die Telefon-Seelsorge unter der Telefonnummer 142. Weitere Krisentelefone und Notrufnummern finden Sie HIER.

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