Um den rund 100 Jahre alten Ahornbaum in der Buchfeldgasse gibt es seit kurzem heftige Diskussionen. Und auch die Programmpräsentation der frischgebackenen Bezirksvorsteherin wurde von der Baum-Causa überschattet. Vertreter der Anrainerinitiative hatten sich dort eingefunden und stellten Mickel zur Rede. Der Baum sei keineswegs so krank, wie in einem Gutachten dargelegt wurde, wurde versichert.
"Grünraum darf nicht verloren gehen"
Die Anrainer sind überzeugt, dass der Eigentümer - der Baum steht auf Privatgrund - dort zusätzliche Parkplätze errichten möchte. Bezirkschefin Mickel versuchte, die Gemüter zu beruhigen. Es werde dort wieder ein Baum gepflanzt, betonte sie: "Grünraum darf nicht verloren gehen, dafür werde ich mich einsetzen." Trotzdem: Die erbosten Bürger blieben bei ihrer Forderung, dass die Fällung verhindert werden müsse.
Abgesehen vom Ahorn-Konflikt sieht Mickel "großen Handlungsbedarf" im Bereich Verkehr - nämlich bei den Öffis. Unzufrieden ist die neue Chefin im Achten vor allem mit der Straßenbahnlinie 2. Diese fahre zu unregelmäßig. Außerdem würden, seit der alte "J-Wagen" zur Linie 2 wurde, zu wenige Niederflurgarnituren unterwegs sein.
Parkplatzsituation soll evaluiert werden
Mickel sprach sich dafür aus, die Intervalle zu verkleinern und die zusätzlichen Fahrten kurzzuführen, also nicht über die gesamte Strecke der Linie 2. Im Bereich des Individualverkehrs soll die Parkplatzsituation evaluiert werden (Infobox). Möglich ist etwa, dass ungenützte Ladezonen wieder zu Stellplätzen werden, hieß es am Montag.
Investitionen wurden im Bildungsbereich angekündigt: Laut Mickel werden 253.000 Euro in die Josefstädter Kindergärten, 435.000 Euro in die Pflichtschulen fließen. Auch ein neues Seniorenzentrum soll Gestalt annehmen. Der Spatenstich ist für Ende des Jahres im Hamerlingpark vorgesehen. Auch Initiativen im Bereich Sicherheit sind geplant.
Die studierte Juristin Veronika Mickel konnte die bürgerliche Josefstadt bei der Wien-Wahl im vergangenen Oktober für die Volkspartei zurückerobern. Die Grünen hatten sich zuvor gespalten. Der seit 2005 amtierende grüne Bezirkschef Heribert Rahdjian scheiterte mit einer eigenen Liste. Auch die Grünen konnten den ersten Platz nicht wieder erringen und stellen seither mit Alexander Spritzendorfer nur mehr den stellvertretenden Bezirksvorsteher.
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