Vor dem Wiener Palais Esterházy wird ein Mann mit Bierflasche Zeuge eines Selbstmordes. „Erst Ibiza, dann Corona, ein Terroranschlag, ein Erdbeben, und jetzt a no des“, murmelt er beim Anblick der Leiche. Die morbide Eingangs-Szene zur „stern“-Coverstory über Österreich trifft die derzeitige Stimmung punktgenau. „Na servus! Langsam reicht’s!“
Tatsächlich passiert in Österreichs Innenpolitik seit Mai 2019 so viel, dass man mit Kopfschütteln gar nicht mehr nachkommt. Die neueste Bombe: Auch gegen den Bundeskanzler und seinen Kabinetts-Chef wird nun wegen des Verdachts der Falschaussage im Ibzia-Untersuchungs-Ausschuss ermittelt.
Zufällig spielt dessen Vorsitzender seit Wochen mit dem Gedanken, die Wahrheitspflicht im Ausschuss abzuschaffen. Gleichzeitig wird die Liste der Beschuldigten immer länger. Nun sind Ermittlungen von einer Anklage noch weit entfernt. Dennoch lasten die Vorwürfe schwer auf der ÖVP und der Regierung.
So sind wir nicht, meinte Alexander Van der Bellen in seiner Ibiza-Rede. Schön langsam stellt sich die Frage, ob er damit recht hatte. Wie wir sind? Laut „stern“ „auf eine gewisse niedliche Weise unseriös“.
Das neunseitige Porträt über die „Bananenrepublik Österreich“ ist auch eine Abrechnung mit Bundeskanzler Sebastian Kurz. Anfangs waren viele deutsche Medien voll der fast peinlichen Bewunderung über dessen Aufstieg. Umso größer ist jetzt offenbar ihre Lust, ihn fallen sehen zu wollen.
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.