Dass Fledermäuse für das Coronavirus verantwortlich sind, konnte wissenschaftlich nie eindeutig belegt werden - sehr wohl jedoch der Nutzen, den die nachtaktiven Tiere unserem Ökosystem bringen. Fledermaus-Experten Klaus Krainer und Martin Jaindl räumen im „Krone“-Interview gängige Vorurteile aus dem Weg.
Kärntner Fledermäuse sind wichtig - davon konnte ich mich selbst überzeugen, als ich unlängst einen Findling auf meinem Dachboden in Villach entdeckte, der mit Hilfe von Martin Jaindl gerettet werden konnte. „Unsere heimischen Fledermäuse sind Insekten- und Spinnentierfresser, also wichtige Schädlingsvertilger, denen wir extra Quartiere bauen, um etwa Mücken und Gelsen Herr zu werden“, sagt Martin Jaindl von der Arge Naturschutz.
„Immer wieder kommen Leute auf uns zu, die sich über Schmutz aufregen, gar vor Fledermauskot fürchten“, so sein Kollege Klaus Krainer, der dann kontert: „Eine Fledermaus nimmt täglich ein Drittel ihres Körpergewichts zu sich, frisst mindestens 1000 Gelsen pro Nacht. Ohne sie hätten wir ein echtes Problem!“
Und ist der Kot nun gefährlich? „Er ist nicht unbedingt genießbar, aber absolut ungiftig, und für Pflanzen ein ausgezeichneter Dünger. Wer ihn wie Brennnesseln ansetzt, erhält Substrat in Reinform. Fledermausguano im Handel ist wirklich teuer“, verrät der Experte, der eines klarstellen möchte: „Weder für SARS-CoV-1 noch für SARS-CoV-2 können Fledermäuse verantwortlich gemacht werden!“
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