Christian Lentsch aus Podersdorf am See im Burgenland ist verzweifelt, aber auch verärgert. Seine Kamerunschafe leben auf einer Weide direkt am Radweg. Weil „Tierfreunde“ sie immer wieder füttern, sind ihm schon 38 Schafe verendet. „Fast alle Jungen, die im Dezember auf die Welt gekommen sind, sind tot“, so der Hobby-Schafzüchter.
Trotz Verbotsschildern halten sich viele nicht an das Fütterungsverbot und werfen immer wieder vermeintliches Futter über den Zaun. Egal, ob PET-Flaschen, Haribo-Sackerln, frisches Brot oder sogar Fleisch – alles hat Lentsch schon bei den Tieren gefunden. Auch vergangenes Wochenende gab es wieder Anrufe, dass Leute die Schafe füttern.
„Ich habe die Familie sogar noch angetroffen. Auf die Frage, warum sie die Tiere trotz Verbotsschild füttern, kam die Antwort, dass ihre Kinder es sich gewünscht hätten“, so Christian Lentsch. „Ich bin aber der Meinung, dass man den Kindern nicht jeden Wunsch erfüllen muss. Vor allem, wenn es den Tieren schadet.“ Besonders unverschämte Zeitgenossen gehen sogar auf die Weide, weil es sich ja um einen Streichelzoo handle.
Wir sind kein Streichelzoo. Die Tiere sind privat gehalten. Also weder hineingehen und auch nicht füttern!
Christian Lentsch
Kameras gegen Lernresistente
„Nein, das tut es definitiv nicht“, ärgert sich Lentsch. „Diese Tiere sind privat gehalten. Fremde haben keinen Zutritt, und wir wollen nicht, dass sie gefüttert werden.“ Bei einem toten Jungtier konnte man sehen, dass die Lippen richtig weggeätzt waren. „Irgendjemand hat ihm saure Apfelringe gefüttert. Ich verstehe nicht, wie man auf die Idee kommt, Tieren so ein Zuckerzeug zu geben“, schildert der Tierbesitzer. Jetzt werden Kameras montiert. Wenn jemand füttert, gibt es eine Anzeige. „38 tote Schafe sind definitiv genug!“, so Lentsch.
Bringt auch das nichts, dann kommen sie auf eine andere Weide. Weit weg vom Radweg. „Es wäre schade. Aber wenn die Leute nicht lesen können, ist das der nächste Schritt, den wir setzen. Dann sind die Tiere einfach weg von hier“, so Lentsch.
Bereits im März gab es einen Vorfall in Purbach - ein Lamm war wegen falscher Fütterung von außen gestorben.
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