27.04.2021 10:01 |

Besitzer verzweifelt

38 Schafe wegen falscher Fütterung gestorben

Christian Lentsch aus Podersdorf am See im Burgenland ist verzweifelt, aber auch verärgert. Seine Kamerunschafe leben auf einer Weide direkt am Radweg. Weil „Tierfreunde“ sie immer wieder füttern, sind ihm schon 38 Schafe verendet. „Fast alle Jungen, die im Dezember auf die Welt gekommen sind, sind tot“, so der Hobby-Schafzüchter.

Trotz Verbotsschildern halten sich viele nicht an das Fütterungsverbot und werfen immer wieder vermeintliches Futter über den Zaun. Egal, ob PET-Flaschen, Haribo-Sackerln, frisches Brot oder sogar Fleisch – alles hat Lentsch schon bei den Tieren gefunden. Auch vergangenes Wochenende gab es wieder Anrufe, dass Leute die Schafe füttern.

„Ich habe die Familie sogar noch angetroffen. Auf die Frage, warum sie die Tiere trotz Verbotsschild füttern, kam die Antwort, dass ihre Kinder es sich gewünscht hätten“, so Christian Lentsch. „Ich bin aber der Meinung, dass man den Kindern nicht jeden Wunsch erfüllen muss. Vor allem, wenn es den Tieren schadet.“ Besonders unverschämte Zeitgenossen gehen sogar auf die Weide, weil es sich ja um einen Streichelzoo handle.

Zitat Icon

Wir sind kein Streichelzoo. Die Tiere sind privat gehalten. Also weder hineingehen und auch nicht füttern!

Christian Lentsch

Kameras gegen Lernresistente
„Nein, das tut es definitiv nicht“, ärgert sich Lentsch. „Diese Tiere sind privat gehalten. Fremde haben keinen Zutritt, und wir wollen nicht, dass sie gefüttert werden.“ Bei einem toten Jungtier konnte man sehen, dass die Lippen richtig weggeätzt waren. „Irgendjemand hat ihm saure Apfelringe gefüttert. Ich verstehe nicht, wie man auf die Idee kommt, Tieren so ein Zuckerzeug zu geben“, schildert der Tierbesitzer. Jetzt werden Kameras montiert. Wenn jemand füttert, gibt es eine Anzeige. „38 tote Schafe sind definitiv genug!“, so Lentsch.

Bringt auch das nichts, dann kommen sie auf eine andere Weide. Weit weg vom Radweg. „Es wäre schade. Aber wenn die Leute nicht lesen können, ist das der nächste Schritt, den wir setzen. Dann sind die Tiere einfach weg von hier“, so Lentsch. 

Bereits im März gab es einen Vorfall in Purbach - ein Lamm war wegen falscher Fütterung von außen gestorben.

Charlotte Barbara Titz
Charlotte Barbara Titz
Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Montag, 17. Mai 2021
Wetter Symbol
Burgenland Wetter
12° / 14°
starker Regen
13° / 16°
starker Regen
12° / 15°
starker Regen
13° / 14°
starker Regen
12° / 14°
starker Regen