Pures Rätselraten

Oscar-Rennen bei Frauen spannender als bei Männern

Adabei
25.04.2021 05:59

Unter den Frauen geht es in diesem Jahr im Oscar-Rennen spannender zu als bei den Männern. Carey Mulligan wurde eine Zeit lang als Favoritin gehandelt, aber dann hat Andra Day den Golden Globe gewonnen und Viola Davis wurde mit dem SAG Award geehrt. Frances McDormand darf man sowieso nie unterschätzen und Vanessa Kirby war in ihrer Rolle als Mutter, deren Baby nach der Geburt in ihren Armen stirbt, tatsächlich unfassbar gut. Ihr könnte der Oscar aber wegen der Verfehlungen ihres Co-Stars Shia LaBeouf vorenthalten werden. Welche Frau am 25. April den Oscar als Beste Hauptdarstellerin gewinnt, ist deshalb Stelle pures Rätselraten.

Frances McDormand (63) hat bereits zwei Oscars gewonnen. Einen im Jahr 1997 für „Fargo“ und einen 2018 für „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“. In Chloé Zhaos berührendem, sechsfach nominiertem Meisterwerk „Nomadland“ verschwindet McDormand in der Rolle einer trauernden Witwe, die als Nomadin auf der Straße versucht, Arbeit und einen neuen Lebenssinn zu finden. Einen Oscar hätte sie dafür auf jeden Fall verdient. Ihr größtes Problem ist: Sie hat schon zwei zu Hause stehen. 

Aber wenn sie gewinnt, dann wäre sie Katharine Hepburn dicht auf den Fersen, der Rekordhalterin unter allen Hauptdarstellerinnen, die viermal in der Kategorie Beste Schauspielerin gewann.

Frances McDormand in „Nomadland“ (Bild: ©Searchlight Pictures / Everett Collection / picturedesk.com)
Frances McDormand in „Nomadland“

Geschmeidige Hüften
Für das Spielen der Mutter des Blues in „Ma Rainey‘s Black Bottom“ hat Viola Davis (55) jüngst den Screen Actors Guild Award (SAG) von der amerikanischen Schauspielergewerkschaft erhalten. 

Wenn Davis nicht kürzlich 2017 den Oscar für die beste Nebenrolle in einer anderen August-Wilson-Verfilmung („Fences“) gewonnen hätte, dann würde sie mit ziemlicher Sicherheit einen weiteren mit nach Hause nehmen. Alles, was ihre Ma tut, ist eine Inszenierung, von der Art und Weise wie sie ihren wuchtigen Körper in eine Pelzstola einhüllt, bis zu ihren Hüften, die sie geschmeidig hin- und herschaukelt, wenn sie singt.

Viola Davis in „Ma Rainey‘s Black Bottom“ (Bild: David Lee/Netflix)
Viola Davis in „Ma Rainey‘s Black Bottom“

Rape-und-Revenge-Fantasie
Carey Mulligan (35) ist phänomenal in Emerald Fennels Rape-and-Revenge-Fantasie „Promising Young Woman“ als eine Frau, die sich an missbräuchlichen Männern rächt, aber Mulligan konnte bisher nicht so viele Preise gewinnen. 

Es wurde von Kritikern vorausgesagt, dass sie den Golden Globe und den SAG Award gewinnt, aber beide sind an ihre Kolleginnen gegangen. Sie wurde vor elf Jahren für das britische Coming-of-Age-Drama „An Education“ nominiert und hätte wahrscheinlich gewonnen, wenn nicht Sandra Bullock endlich an der Reihe gewesen wäre, einen Oscar mit nach Hause zu nehmen.

Carey Mulligan in dem Film „Promising Young Woman“ (Bild: APA/©2020 Focus Features)
Carey Mulligan in dem Film „Promising Young Woman“

Größte Überraschung
Eine der größten Überraschungen bei den diesjährigen Golden Globes war laut Agenturmeldungen, dass Andra Day (36) für ihre Rolle als Jazzlegende Billie Holiday in „The United States vs. Billie Holiday“ als beste Schauspielerin in einem Drama geehrt wurde. 

Obwohl es keine Überschneidungen zwischen Oscar-Wählern und der Hollywood Foreign Press Association gibt, wird ihr Sieg wahrscheinlich mehr Academy-Mitglieder dazu anspornen, sich ihren Film anzuschauen. Es ist unwahrscheinlich, dass sie gewinnen wird, aber es ist nicht auszuschließen.

Andra Day in „The United States vs Billie Holiday“ (Bild: APA/Takashi Seida/Paramount Pictures via AP)
Andra Day in „The United States vs Billie Holiday“

Drama um junge Mutter
Man muss sich nur die 20-minütige Eröffnungsszene von „Pieces of a Woman“ ansehen, um zu verstehen, warum Vanessa Kirby (32) für den Oscar nominiert ist. Die Frau, die sie spielt, bringt unter immensen Anstrengungen ein Kind zur Welt, das dann in ihren Armen stirbt. 

Die Probleme der britischen Schauspielerin, bekannt aus der TV-Serie „The Crown“, lassen sich auf einen Namen reduzieren: Shia LaBeouf. Gerade als Netflix aggressiv für „Pieces of a Woman“ hätte werben sollen, wurde ihr Co-Star von seiner Ex-Freundin wegen Missbrauchs verklagt (er bestreitet die Vorwürfe) und die Kampagne im Keim erstickt.

Vanessa Kirby und Shia LeBeouf in „Pieces of a Woman“ (Bild: APA/Benjamin Loeb/Netflix via AP)
Vanessa Kirby und Shia LeBeouf in „Pieces of a Woman“

Die Oscars finden am 25. April in Los Angeles statt. Neben dem traditionellen Dolby Theatre in Hollywood ist erstmals das Bahnhofsgebäude Los Angeles Union Station als Bühne geplant. Wegen Coronaauflagen und damit verbundenen Reiseschwierigkeiten sind auch internationale Standorte vorgesehen, von denen die Preisanwärter zugeschaltet werden können.

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(Bild: kmm)



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