Gericht wies Klage ab

Israel: Impfgegnerin darf nicht mehr zur Arbeit

Ausland
21.03.2021 15:53

 „Wer sich nicht impfen lässt, wird zunächst in den unbezahlten Urlaub geschickt und dann entlassen“, stellte vor wenigen Tagen der israelische Lotterie-Chef Avigdor Izchaki seine Angestellten vor die Wahl: entweder impfen lassen oder zu Hause bleiben. Nun gibt es auch einen ersten Präzedenzfall an einer Grundschule. Dort hatte sich eine Hilfslehrerin geweigert, sich impfen zu lassen. Auch Corona-Tests wollte die Frau nicht machen. Daraufhin wurde der Hilfslehrerin der Zutritt zu ihrem Arbeitsplatz untersagt.

Die Frau klagte vor einem Arbeitsgericht. Dieses wies die Klage jedoch ab. Begründet wurde das Urteil damit, dass das Recht der Hilfslehrerin nicht stärker sei als das „Recht der Schüler, Eltern und der Lehrerschaft auf Leben“. Zugleich rief das Gericht den Gesetzgeber auf, bei diesem Thema Klarheit zu schaffen. Es gibt bereits eine Reihe israelischer Unternehmen, die Sanktionen gegen Mitarbeiter verhängt haben, die sich nicht impfen lassen wollen.

Fast die Hälfte der Bevölkerung geimpft
Seit Beginn der Impfkampagne vor einem Vierteljahr haben mehr als fünf Millionen Israelis eine Erstimpfung und mehr als 4,5 Millionen eine Zweitimpfung erhalten. Jene Menschen, die bereits beide Teilimpfungen hinter sich haben, haben nun Anspruch auf den sogenannten Grünen Pass, der Corona-Geimpften und Genesenen Vorteile und mehr Freiheiten verschafft.

„So besiegen wir das Coronavirus und kehren zurück zum Leben“, schrieb Gesundheitsminister Juli Edelstein am Mittwoch auf Twitter. In Israel sind seit zehn Tagen Cafés und Restaurants wieder geöffnet. In Innenräumen können nur Gäste mit „Grünem Pass“ bedient werden. Ungeimpfte dürfen nur im Außenbereich Platz nehmen.

Israel hat rund 9,3 Millionen Einwohner. Die Infektionszahlen fallen langsam, aber stetig, ebenso die Zahl der Schwerkranken.

Quelle: APA

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