29.12.2010 16:13 |

"Konsument"-Test

Kein gutes Zeugnis für die neuesten Trend-Diäten

Ernährungsumstellung auf Basis der Gene sind der neue Trend in Sachen Diäten. Allerdings mit zweifelhaftem Erfolg, wie ein Test des Magazins "Konsument" zeigt. Auch Bernhard Ludwigs "10in2"-System kommt dabei nicht besonders gut weg. Ein positives Zeugnis bekommen abwechslungsreiche Diäten mit einem umfassenden Bewegungsprogramm ausgestellt.
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Immer mehr Autoren setzen beim Abnehmen auf die Macht der Gene und nennen das Konzept Nutrigenomik. Das bedeutet, Lebensmittel enthielten Informationen und Anweisungen für den Körper. Mit der richtigen Nahrung vermittelten wir dem Organismus Abnehmen und Gesundheit, mit der falschen dagegen Gewichtszunahme und Krankheit. Mit Vollwertkost soll sichergestellt werden, dass wir im Einklang mit unseren Genen leben. Durch Selbsttests könnte herausgefunden werden, was die Gewichtsprobleme verursacht. Dann wird mithilfe des metabolischen Prinzips abgenommen.

Das behauptet auch Mark Hyman. Das Abnehm-Prinzip des US-Amerikaners bekommt allerdings vom "Konsument" kein gutes Zeugnis ausgestellt. Besonders an der unausgeglichenen Nährstoffaufnahme und die Empfehlung für Nahrungsergänzungsmittel bringen dem Chefherausgeber einer Zeitschrift für alternative Medizin und seinem Ratgeber "Die Metabolic-Diät" Minus-Punkte ein.

Auch "Abnehmen mit dem metabolischen Prinzip" von Marion Jetter kommt ebenfalls denkbar schlecht weg. Auf Basis eines schriftlichen Tests soll sich der Leser selbst einem Stoffwechseltyp zuordnen. Die einzelnen Typen erhalten eine Ernährungsempfehlung. Auch hier wird von "Konsument" besonders die einseitige Nährstoffaufnahme und die wenig wissenschaftlichen Aussagen und Ratschläge kritisiert.

Kein gutes Zeugnis für Bernhard Ludwig
Überraschend schlecht kommt das Diät-Programm "10in2" von Bernhard Ludwig weg. Das Konzept ist zwar sehr leicht verständlich – einen Tag essen, einen Tag fasten –, doch eine ausgewogene Ernährung oder gar Sport sucht man hier vergebens. Auch die Frage des Jo-Jo-Effektes wird nur unzureichend geklärt, die Gefahr eines solchen ist aber gerade bei fettreichem Essen immer gegeben. Zitat "Konsument": "Allenfalls für unsportliche, adipöse Einzelgänger geeignet."

"Die einfachste Diät der Welt" meint der deutsche Arzt Stefan Frädrich gefunden zu haben. Im Test schneidet Frädrichs Diätprogamm sehr gut ab. Basierend auf Plus- und Minus-Werten, die Lebensmitteln zugeordnet werden, soll so eine schrittweise Umstellung der Ernährung stattfinden. Gesunde Lebensmittel wie Obst und Gemüse erhalten Minus-Werte, Nahrungsmittel, die eher dick machen, fallen in die Plus-Kategorie. Frädrich betont besonders den Wert von Sport und Bewegung. Laut "Konsument" können Entschlossene mit diesem Prinzip bleibend abnehmen.

Einfaches Prinzip und viel Bewegung
Grundsätzlich gilt: Je komplizierter die Diät ist, umso größer ist die Frust-Wahrscheinlichkeit. Daher schneiden Ernährungsprogramme mit einfacher Struktur besonders gut ab. Getreu dem Motto: "Du musst nicht Medizin oder Ernährungswissenschaften studiert haben, um dich gesund ernähren zu können und abzunehmen."

Mit "Sehr gut" wurden "Die neue Fit for Fun Diät" von Dörte Helberg sowie "Schlank im Schlaf" von Detlef Pape, "Ich nehme ab" von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung und "Schlank ohne Diät" von Rudolf Schoberberger bewertet.

"Gut" schnitten beim Abnehm-Test "Der 4 Wochen Power Plan", "Abnehmen mit tinto", "Brigitte Ideal-Diät" und "Wie koche ich meinen Mann schlank" ab. Auch "Die Vollweib-Diät", "Abnehmen mit dem inneren Schweinehund" und "Nutropoly – Spielend abnehmen" erhielten "Gut" in der Bewertung.

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