Mittel- und Osteuropa:

Österreich Schlusslicht beim Wirtschaftswachstum

Wirtschaft
08.01.2026 15:50

Es sind ernüchternde Zahlen, die Ökonomen der Erste Group am Donnerstag präsentierten: Im Vergleich mit anderen mittel- und osteuropäischen Ländern ist Österreich neuesten Prognosen zufolge jenes, das heuer und auch nächstes Jahr das mit Abstand niedrigste Wirtschaftswachstum erzielt.

Konkret geht die Erste Bank davon aus, dass das Bruttoinlandsprodukt bei uns 2026 nur um 0,8 Prozent wächst. Damit sind die Erste-Analysten auch pessimistischer als Bundeskanzler Christian Stocker, der sich bekanntlich ein Prozent Wachstum als Ziel gesetzt hat.

Erste-Group-Ökonomen erwarten nur 0,8 Prozent Wachstum
Im Vergleich zu anderen zentral- und osteuropäischen Staaten ist Österreich damit das Schlusslicht – und zwar mit Abstand. So wird etwa Kroatiens Wirtschaft heuer voraussichtlich um 2,7 Prozent wachsen, jene von Polen um 3,5 Prozent und die in Serbien um 2,7 Prozent (siehe Grafik unten).

Auch nächstes Jahr behält Österreich die rote Laterne: Unsere Wirtschaft soll demnach 2027 um 1,1 Prozent wachsen, die Vergleichsländer aus Mittel- und Osteuropa im Durchschnitt aber um 2,9 Prozent. In Tschechien soll es nächstes Jahr um 2,7 Prozent bergauf gehen, in Polen um 3,1 Prozent und in Serbien sogar um 4,5 Prozent.

Im Vergleich zu anderen Ländern Mittel- und Osteuropas sieht es für Österreich 2026 und 2027 ...
Im Vergleich zu anderen Ländern Mittel- und Osteuropas sieht es für Österreich 2026 und 2027 düster aus.(Bild: Krone KREATIV)
(Bild: Krone KREATIV/stock.adobe.com)

Fritz Mostböck, Chefökonom der Erste Group, begründet das so: „Österreich ist natürlich eine saturierte Volkswirtschaft, die stark exportabhängig ist.“ Und aufgrund der geopolitischen Unsicherheiten und der US-Zölle schwächelt die Exportwirtschaft gerade. Außerdem, so Mostböck: „Wenn es Deutschland schlecht geht, hat das Auswirkungen auf Österreich.“

Hohe Löhne und Lohnnebenkosten dämpfen Wettbewerbsfähigkeit
Unser Land hat laut Mostböck mit „vielen Problemen“ zu kämpfen: „Wir haben vergleichsweise hohe Löhne und Lohnnebenkosten und das dämpft die Wettbewerbsfähigkeit.“

Fritz Mostböck, Chefökonom der Erste Group, sieht in Osteuropa „langfristig weiteres ...
Fritz Mostböck, Chefökonom der Erste Group, sieht in Osteuropa „langfristig weiteres Aufwärtspotenzial, was den Wohlstand betrifft, was die Löhne betrifft“.(Bild: Marlene König/Erste Group)

„Zentral- und Osteuropa ist anders“, präzisiert der Ökonom. Denn hier gäbe es „ein langfristig weiteres Aufwärtspotenzial, was den Wohlstand betrifft, was die Löhne betrifft“. Und: „Viele dieser Staaten profitieren letztendlich auch von EU-Fördermitteln.“

Immerhin sei es gut, dass Österreich nach den zwei Rezessionsjahren 2023 und 2024 im Vorjahr wieder ein Mini-Wachstum von voraussichtlich 0,4 Prozent hatte und es heuer und im nächsten Jahr wieder leicht bergaufgeht.

(Bild: Krone KREATIV)

Doch bis die Österreicher an bessere Zeiten glauben und sich daher trauen, wieder mehr Geld auszugeben, was die Wirtschaft wieder ankurbeln könnte, wird es noch eine Weile dauern. Heuer jedenfalls dürfte der private Konsum bei uns um weniger als ein Prozent zulegen, so die Prognosen der Erste Group (siehe Grafik oben). Zum Vergleich: In Kroatien dürfte der Konsum um drei Prozent steigen, in Ungarn sogar um 3,5 Prozent.

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