„Profit über Menschen“

Mangelnder Corona-Schutz: New York klagt Amazon

Web
18.02.2021 07:48

Wegen angeblich unzureichender Schutzmaßnahmen für Mitarbeiter in der Coronavirus-Pandemie hat der US-Bundesstaat New York Klage gegen Amazon eingereicht. Der weltgrößte Online-Händler habe durch das Versäumnis, für ein sicheres Arbeitsumfeld zu sorgen, gegen Arbeitsrecht im Bundesstaat verstoßen, teilte New Yorks Generalstaatsanwältin Letitia James am Mittwoch mit. Und die Vorwürfe gehen noch weiter. 

Der Konzern von Multimilliardär Jeff Bezos wird in der Klage nämlich auch beschuldigt, Mitarbeiter, die gegen die Arbeitsbedingungen protestiert hatten, widerrechtlich gefeuert und diszipliniert zu haben. „Amazon hat den Profit über die Menschen gestellt“, sagte James. Während der Konzern in der Krise Milliarden gemacht habe, hätten Mitarbeiter Sicherheitsrisiken ertragen müssen.

Amazon: „Zutiefst“ um Gesundheit der Mitarbeiter besorgt
Das Unternehmen wies die Vorwürfe laut dpa in einer Stellungnahme gegenüber US-Medien zurück. Der Konzern kümmere sich „zutiefst“ um die Gesundheit und Sicherheit seiner Mitarbeiter. Amazon war vergangene Woche bereits seinerseits gegen James vor Gericht gezogen, um ihre Klage zu verhindern. Die Staatsanwältin überschreite ihre Befugnisse, die Regulierung der Arbeitsplatzsicherheit stehe ihr nicht zu.

Der Online-Händler war unter anderem im April 2020 wegen der Kündigung eines Mitarbeiters in die Kritik geraten, der eine Protestaktion mit gestartet hatte, weil der Konzern Beschäftigte in Staten Island angeblich unzureichend vor dem Coronavirus geschützt habe. Dem Mann sei gekündigt worden, weil er gegen Quarantäne-Auflagen verstoßen und dadurch Kollegen gefährdet habe, hielt Amazon dagegen.

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