Betreuer attackiert?

Verfahren gegen SVM-Skandalboy Naumoski vertagt

Burgenland
06.12.2010 19:41
Skandalboy Ilco Naumoski vom SV Mattersburg sorgt wieder einmal für (negative) Schlagzeilen. Nach dem Spiel gegen Magna Wiener Neustadt soll der 27-jährige Stürmer dem Zeugwart der Niederösterreicher einen Faustschlag versetzt und ihn damit schwer verletzt haben. Der Strafsenat der Fußball-Bundesliga vertagte am Montag das Verfahren gegen Naumoski, dem auch eine zivilrechtliche Anzeige droht. Im schlimmsten Fall winken dem Kicker wegen der Tätlichkeit sogar 48 Spiele Sperre.

Nach der Anzeige führte der Senat 3 eine Anhörung des Spielers und diverser Zeugen durch. Harald Ertl, der Zeugwart des SC Wr. Neustadt, den Naumoski nach Spielende niedergeschlagen haben soll, befand sich jedoch noch im Krankenstand und konnte deshalb nicht befragt werden.

Ostderby wurde erst nach Spielende heiß
Während der 90 Minuten beim 1:0 Wiener Neustadts über Mattersburg am Samstag war wenig los - erst danach wurde das Ostderby heiß. Hauptdarsteller, wieder einmal: Ilco Naumoski, "Bad Boy" der Burgenländer. Durch den Faustschlag, den er Magna-Zeugwart Harald Ertl versetzt haben soll, erlitt der Betreuer eine Gehirnerschütterung samt Kieferprellung. Der Verletzte befand sich jedoch noch im Krankenstand und konnte deshalb nicht befragt werden.

Im Bericht des Spieldelegierten vermerkt
Anders als im Februar 2010, als Naumoski wegen einer Würge-Attacke an einem Mitspieler für vier Spiele gesperrt wurde (siehe Infobox), sind diesmal allerdings die Zeugen rar. Referee Manfred Krassnitzer und seine Assistenten beteuerten gegenüber der "Krone", nichts von der angeblichen Attacke mitbekommen zu haben. Auch die TV-Kameras brachten kein Licht ins Dunkel. Einzig im Bericht des Spieldelegierten ist zum Vorfall etwas vermerkt, wie Bundesliga-Sprecher Christian Kircher am Montag gegenüber krone.at bestätigte. Zudem versicherte Neustadt-Manager Alex Gruber gegenüber der "Krone", dass es auch noch einen (vorerst unbekannten) Zeugen des Vorfalls gebe.

Egal wie der Strafsenat der Bundesliga nun am Montag entscheidet, droht Naumoski auf jeden Fall ein zivilrechtliches Verfahren. Denn - wie bei jeder Körperverletzung - erstattete das Krankenhaus automatisch Anzeige.

Mattersburg will "Luft rauslassen"
Beim burgenländischen Klub selbst versucht man derzeit noch Ruhe zu bewahren und zu beschwichtigen. "Ich war nicht dort, habe im TV nichts Derartiges gesehen, auch meine Trainer nicht", sagt etwa Klubboss Martin Pucher. "Es geht darum, was passiert ist und warum es passiert ist - erst dann kann man über entsprechende Konsequenzen reden", will der ehemalige Liga-Präsident nicht in die "allgemeine Vorverurteilung, weil es der Naumoski ist", einfallen: "Jetzt wär's erst einmal gut, die ganze heiße Luft rauszulassen!"

Auch SVM-Kapitän Michael Mörz stößt gegenüber krone.at in dasselbe Horn und will sich nicht an den zahlreichen Spekulationen beteiligen. Der 30-Jährige berichtet jedoch, dass Naumoski im Mannschaftsbus mehrmals beteuerte, dass es von seiner Seite zu keiner Attacke gegen den Zeugwart gekommen sei.

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