22.01.2021 13:35 |

Minus von 20,8 Prozent

Weniger Euro-„Blüten“ durch Corona-Pandemie

Die Coronavirus-Pandemie hat im Jahr 2020 zu einem deutlichen Rückgang der sichergestellten Euro-Fälschungen geführt. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr um 1656 Stück weniger gefälschte Banknoten sichergestellt, was ein Minus von 20,8 Prozent gegenüber 2019 bedeutet. Grund ist die eingeschränkte Konsummöglichkeit durch die Lockdowns. Insgesamt wurden im Jahr 2020 in Österreich 6321 Stück gefälschte Banknoten (2019: 7977 Stück) sichergestellt.

Der größte Anteil daran entfiel wie auch in den Vorjahren auf die 50-Euro-Banknote (29,5 Prozent), ganz knapp gefolgt von der 20-Euro-Banknote mit 28,4 Prozent, berichtete die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) in ihrer am Freitag veröffentlichten Statistik. In Summe betrug der durch gefälschte Banknoten entstandene Schaden 320.190 Euro (2019: 551.950 Euro), das ist ein Minus von über 40 Prozent.

Wien als Falschgeld-Hotspot
Die meisten Fälschungen werden nach wie vor in Wien aus dem Verkehr gezogen, wenn auch Wiens Anteil an allen österreichweit sichergestellten Fälschungen deutlich zurückging (2020: 26,4 Prozent; 2019: 35,9 Prozent). Dabei dürfte eine Rolle gespielt haben, dass in Wien die touristischen Nächtigungszahlen Corona-bedingt am stärksten zurückgingen.

Das zweithöchste Fälschungsaufkommen verzeichnete auch 2020 wieder die Steiermark mit einem Anteil von 17,8 Prozent, gefolgt von Oberösterreich (12,2 Prozent). Während die hohen Stückelungen einen deutlichen Fälschungsrückgang aufweisen, zeigen die Daten für Banknoten mit niedrigem Nennwert einen Anstieg im Fälschungsaufkommen. Es sei daher wichtig, auch bei niedrigem Nennwert die Banknoten auf ihre Echtheit zu überprüfen. Je niedriger der Banknoten-Nennwert, desto stärker werden diese strapaziert, da sie häufiger für tägliche Transaktionen verwendet werden.

Banknoten werden beschichtet
Aus diesem Grund hat das Eurosystem bei der Einführung der Europa-Serie im Jahr 2013 entschieden, die Fünf- und Zehn-Euro-Banknoten zu beschichten. „Dadurch kann die Lebensdauer dieser Banknoten nachweislich um bis zu einem Viertel verlängert werden. Das spart langfristig Herstellungskosten und Ressourcen“, erklärte OeNB-Direktor Eduard Schock. Da auch die 20-Euro-Scheine für tägliche Transaktionen wichtig sind, werden nunmehr auch sie mit einem Speziallack beschichtet. Im täglichen Gebrauch wird man praktisch keinen Unterschied erkennen.

Reserve-Bargeldmenge stieg stark an
Aufgrund der Pandemie und infolge des Aufrufs, nicht mit Bargeld, sondern mit Karte zu zahlen, ist auch die Bargeldmenge, die für tägliche Transaktionen im Handel und für Dienstleistungen verwendet wird, um knapp 20 Prozent zurückgegangen. Dadurch stieg die Bargeldmenge, die zur Reservehaltung dient, stark an. 

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