19.01.2021 14:43 |

Flaute im Tourismus

Wiener Gästenächtigungen um 73,9% eingebrochen

Die Wiener Stadthotellerie hat 2020 ein Nächtigungsminus von 73,9 Prozent eingefahren. Insgesamt wurden 4,6 Millionen Nächtigungen gezählt. Zum Vergleich: Im Rekordjahr 2019 waren es 17,6 Millionen Nächtigungen gewesen. Die triste Lage wirkt sich auch auf den Jobmarkt aus: In der Branche sind aktuell rund 72.000 Menschen auf Arbeitssuche.

Im Dezember - eigentlich ein starker Monat für die Branche - kam es in der Wiener Hotellerie zu so gut wie einem Totalausfall: Es wurden nur 76.000 Nächtigungen registriert, was im Jahresabstand einem Minus von 95,6 Prozent gleichkommt. Aktuell herrscht in Hotels ein behördlich verfügtes Betretungsverbot für Nicht-Geschäftsreisende.

Die Nettonächtigungsumsätze der Hotellerie für die Monate Jänner bis November betrugen 231,5 Millionen Euro. Das bedeutet einen Rückgang von 74,4 Prozent. Für den Monat Dezember lagen diesbezüglich noch keine Zahlen vor.

Tourismus: 72.000 Menschen auf Jobsuche
Die triste Lage wirkt sich auch auf den Jobmarkt aus: In der Branche sind aktuell rund 72.000 Menschen auf Arbeitssuche - das sind um rund 50 Prozent mehr als vor einem Jahr, wie die aktuellen Daten des Arbeitsministeriums zeigen.

Video: 26.000 mehr in Kurzarbeit als in der Vorwoche

„Lage extrem schwierig“
„Der touristische Arbeitsmarkt ist zurzeit extrem schwierig“, betonte auch Tourismusministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) am Dienstag in einer Pressekonferenz. Das gilt für den Beherbergungsbereich ebenso wie für die Gastronomie und das Veranstaltungswesen. „Die Verzweiflung im Tourismus ist riesig - wir sind in einer dramatischen Situation“, so Köstinger mit Blick auf die monatelangen behördlich verfügten Schließungen der Betriebe infolge der Corona-Pandemie.

„Große Herausforderung“
„Rund ein Drittel der krisenbedingt Arbeitssuchenden ist auf den Tourismus zurückzuführen“, strich Arbeitsminister Martin Kocher hervor. Die über 70.000 Arbeitslosen im Tourismus entsprächen einem Anteil von etwa 16 Prozent an der gesamten Arbeitslosigkeit in Österreich: „Wir haben im Tourismus eine große Herausforderung.“

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