"Wir sind ja auch nicht im Mittelalter geboren", plädiert Dekan Siegfried Stattmann für die Verbindung von Altem und Neuem. Herausgekommen ist eine CD, die zwischen Klang, Musik und Gebet dahingleitet und musikalisch wunderbar in die Entspannungsbereiche von Thermen passen würden.
Mönche gingen "ans Limit"
Da wabert ein Saxofon um Sprechgesänge der Brüder herum und da flirren Keyboard und Gitarre im Gleichklang mit der Kirchenglocke. Um sich auf die Aufnahmen einzustimmen, ging Saxofonist Edgar Unterkirchner selbst für einige Tage in ein Kloster. Aber auch für die zwölf Mönche stellte die Einspielung eine Herausforderung dar, zumal man drei Tage lang durchgesungen habe. "Es war dann schon am Limit", schmunzelte Stattmann. Die Aufnahmen fanden ausschließlich im Stift selbst statt: "Es war uns wichtig, die Atmosphäre, den Raum einzufangen." Deshalb werde es auch keine Tournee geben.
Ausgangspunkt des Projekts war die Wiederbesiedlung des Kärntner Klosters, die sich im Vorjahr zum 200. Mal jährte. "Wir wollten dieses Jubiläum als Herausforderung begreifen, zu formulieren, was uns wichtig ist." Um diese frohe Botschaft dann in die Welt hinauszutragen, habe man sich entschlossen, mit heimischen Musikern etwas Neues auszuprobieren.
Die Erlöse der CD-Verkäufe sollen der maroden Mathis-Orgel zugutekommen. Nichts hingegen habe das CD-Projekt mit vermeintlichen Finanzproblemen der Benediktiner aus St. Paul zu tun. Das Stift, das zahlreiche wertvolle Handschriften und Gemälde sein Eigen nennen darf, möchte neun Handschriften versteigern lassen. Das könnte einen Millionenerlös bringen. Dagegen regte sich allerdings Protest des Bundesdenkmalamts und des Kärntens Bischof Alois Schwarz.
"Wir werfen das ja nicht in den Müll"
Es gehe hierbei um grundsätzliche Fragen, unterstrich Dekan Stattmann am Freitag. "Wir möchten in Zukunft wirtschaftlich verantwortlich arbeiten - unabhängig davon, ständig als Bittsteller vor Bürotüren zu stehen und von der Gunst mancher Leute abhängig zu sein." Dies sei in wirtschaftlich schwierigen Zeiten und im hintersten Kärnten einfach ein Gebot der Stunde. Die Handschriften gingen schließlich nicht verloren: "Wir werfen das ja nicht in den Müll - sie kommen in ein großes Museum, wo sie jeder sehen kann."
Die Verkäufe sollten dazu beitragen, "eine solide Basis für all unsere Zukunftsprojekte zu schaffen", so der Dekan. Schließlich habe man große Aufwendungen für die Konservierung der Kunstgegenstände, für Baumaßnahmen sowie das stiftseigene Gymnasium.
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