Heftige Reaktionen

Erneut Wirbel um Posting von FPK-Ersatzgemeinderat

Kärnten
18.11.2010 13:51
Schon wieder sorgt ein Posting eines FPK-Ersatzgemeinderates auf der Internet-Plattform Facebook für Wirbel. Der 21-jährige Mandatar aus Ferlach (Bezirk Klagenfurt) schrieb, dass Kärnten nur dann frei sein werde, "wenn es ein deutsches Land sein wird". Sogar der FPK-Fraktionsführer im Ferlacher Gemeinderat, Vizebürgermeister Johann Werdinig, zeigte sich - neben der jungen SPÖ und Bürgermeister Ingo Appé (SPÖ) - entrüstet und forderte umgehend Konsequenzen.

Das von dem jungen Mann abgesetzte Posting in Gesamtlänge: "Man darf sich nicht damit begnügen, dass Kärnten frei und ungeliebt bleibt. Dieses Land wird nur dann frei sein, wenn es ein deutsches Land sein wird." Damit bediente sich der Jungpolitiker offenbar eines Zitates aus den frühen 80er-Jahren des seinerzeitigen FPÖ-Jungpolitikers Jörg Haider.

FPK-Vizebürgermeister Werdinig distanziert sich
"Ich distanziere mich voll von der Aussage. Wir sind ein zweisprachiges Gebiet", sagte FPK-Fraktionsführer Werdinig. Er werde den jungen Mann, der sich zurzeit in Deutschland aufhält, am kommenden Wochenende zur Rede stellen. Wenn das Zitat so gefallen sei, werde es Konsequenzen geben. "Das lasse ich mir nicht bieten", meinte Werdinig, der auch sein "gutes Verhältnis" zur slowenischen Volksgruppe in Kärnten betonte. Werdinig bestätigte zudem, dass der 21-Jährige Migrationshintergrund hat.

Bürgermeister Appé: "Es muss Konsequenzen geben"
"Es muss Konsequenzen geben", forderte auch Ferlachs Bürgermeister Appé (SPÖ). Der Ersatzgemeinderat bringe die gesamte Stadt Ferlach in Verruf. Die junge SPÖ forderte indes die Staatsanwaltschaft Klagenfurt auf, wegen Wiederbetätigung Ermittlungen aufzunehmen.

Erst Mitte Oktober war bekannt geworden, dass ein Ersatzgemeinderat der FPK in der Gemeinde Seeboden im Bezirk Spittal bei einer Integrationsdebatte im Web geschrieben hatte, dass "ein gewisses Institut in Oberösterreich wieder geöffnet" werden sollte. 

"Es hat den Anschein, dass die zweite Garnitur der Freiheitlichen in Kärnten ein Tummelplatz für Rechtsextreme und Neonazis ist", meinte dazu SJG-Chef Michael Raunig.

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