Wirbel beim Match

Empörung über rassistische Fans in Klagenfurt

Kärnten
18.11.2010 12:18
Für einige Empörung hat das Freundschaftsspiel zwischen Rumänien und Italien in Klagenfurt gesorgt. Rassistische Schlachtgesänge von italienischen Fangruppen, die sich gegen den dunkelhäutigen Italo-Stürmer Mario Balotelli richteten, ließen bei Funktionären die Wogen hochgehen. Wenig erfreulich auch das Zuschauerinteresse: Nur 5.400 Besucher wollten den vierfachen Weltmeister Italien sehen.

100 italienische rechtsradikale Anhänger hatten Stürmerstar Balotelli am Mittwoch ausgepfiffen und ihn geschmäht. Italiens Verbandpräsident Giancarlo Abete bezeichnete die rassistischen Gesänge als inakzeptabel. "Dieses Verhalten muss mit allen Mitteln bekämpft werden". Ähnlich reagierte Teamchef Cesare Prandelli: "Balotelli ist ein italienischer Nationalspieler und verdient Respekt. Er sei enttäuscht und wütend. "Wir haben über dieses Problem viel geredet und appelliert, und dann passiert das."

"Ich bin Schmährufe gewöhnt"
Manchester-City-Star Balotelli (20) reagierte scharf auf die neuerlichen Kundgebungen gegen seine Person. "Italien ist schon längst ein multiethnisches Land, vielleicht haben es einige noch nicht gemerkt. Ich bin Schmährufe gewöhnt, aber nicht, wenn ich in der Nationalmannschaft spiele", betonte der gebürtige Ghanaer, der bei Adoptiveltern in Brescia aufgewachsen ist.

Pfeifkonzert gegen "Italia"-Rufe
Auch einige rumänische Fans haben sich nicht gerade vorbildlich verhalten. Buhrufe und rassistische Schlachtgesänge waren auch aus ihren Reihen zu vernehmen. Zudem wurden "Italia, Italia"-Anfeuerungsrufe aus dem italienischen Sektor von rumänischen Fans immer wieder mit einem Pfeifkonzert quittiert. All das gab dem freundschaftlichen (!) Länderspiel keinen würdigen Rahmen.

Marica erzielte Tore für Rumänien und Italien
Rumänien-Kicker Ciprian Marica war übrigens die prägende Figur der eher glanzlosen Partie. Der VfB-Stuttgart-Legionär brachte sein Team in der 34. Minute verdient in Führung, lenkte aber in der 82. Minute einen Eckball unglücklich zum 1:1-Endstand ins eigene Tor.

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