24.12.2020 06:57 |

Umweg auch über Wien

So tricksen EU-Reisende Infektionsschutz aus

„So kreativ gehen Deutsche aus Südafrika mit dem Beförderungsverbot um“, betitelt das Nachrichtenmagazin „Spiegel“ einen Beitrag über Reisende aus Deutschland, die - auch dank der Hilfe der Austrian Airlines mittels Umweg über Wien - wieder zurück in die Heimat gekommen sind. Der bizarre Fall macht mehr als deutlich, wie der Fleckerlteppich an Corona-Maßnahmen in Europa die Verbote einzelner EU-Länder - und damit auch den Infektionsschutz - ad absurdum führt.

Die deutsche Regierung hatte das Beförderungsverbot für Nonstop-Reisende aus Südafrika eingeführt, um eine Ausbreitung der neuen Mutation des Coronavirus zu verhindern. Es gilt - vorerst bis 1. Jänner 2021 - für Reisende aus Großbritannien, Nordirland und Südafrika. Züge, Flugzeuge, Schiffe und Busse dürfen demnach Personen aus den drei Ländern nicht nach Deutschland bringen.

Doch ausgerechnet bei der staatlich gestützten deutschen Airline Lufthansa hat dies nun bizarre Konsequenzen, wie der „Spiegel“ am Mittwochabend auf seiner Website berichtete. Denn einige deutsche Fluggäste würden kreativ mit dem Verbot umgehen.

Kurzerhand auf Austrian Airlines umgebucht
So habe ein Direktflug von Kapstadt nach Frankfurt am Dienstag zwar leer nach Deutschland zurückkehren müssen. Dennoch könnten die darauf gebuchten Passagiere ihre Feiertage in der deutschen Heimat verbringen, weil ein Großteil der Fluggäste kurzerhand auf das Schwesterunternehmen Austrian Airlines umgebucht wurde. So ging die Reise zunächst nach Wien, wo es bislang keine Beschränkungen bei der Einreise aus Südafrika gibt. Von dort aus hätten sie sich dann an ihren Zielort in Deutschland weiter durchgeschlagen.

Aber auch Verbindungen von Kapstadt oder Johannesburg ins namibische Windhoek würden auf diese Weise genutzt werden. Von dort aus gelangten Deutsche mit der Lufthansa-Tochter Eurowings nach Frankfurt. Für Namibia gilt das von der Bundesregierung in Berlin verhängte Beförderungsverbot nicht. Bei der Rückkehr ist nicht einmal ein Test oder eine vorübergehende Quarantäne nötig.

Viele Südafrika-Touristen würden auch Routen mit einer der Fluggesellschaften von der Arabischen Halbinsel wie Ethihad, Emirates oder Qatar wählen, um auf Umwegen rechtzeitig zum Weihnachtsfest in der Heimat zu sein. Der von der Politik beabsichtigte Infektionsschutz werde so jedenfalls „ad absurdum geführt“, so das „Spiegel“-Fazit.

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