01.12.2020 08:26 |

Handel besorgt

Weihnachtsumsätze drohen beispiellos einzubrechen

Der Prognose des Standortberaters RegioPlan zufolge dürfte der österreichische Handel durch die Corona-Krise vor einem beispiellosen Einbruch stehen. Laut Schätzungen werde es gegenüber dem Vorjahr einen Umsatzeinbruch von 17 Prozent - von 2,1 auf 1,75 Milliarden Euro geben. Besonders hart trifft es dabei den stationären Handel, die Gastronomie und die Christkindlmärkte.

RegioPlan spricht bereits von einem regelrechten „Seuchenjahr“ - so sei ein wichtiger Teil der umsatzrelevanten Zeit vor Weihnachten laut den Expertenangaben bereits versäumt. Denn durch den neuerlichen Lockdown müssen die meisten Bereiche, für die Weihnachten einen Großteil der Umsätze des gesamten Jahres bringt, geschlossen halten.

„Das trifft vor allem Branchen, die Waren anbieten, die man vorwiegend nicht ,braucht‘, sondern ,will‘ - also Mode, Elektronik, Spiele, Schmuck und Ähnliches.“ Eine heuer fehlende Weihnachtsatmosphäre sei gerade hier oft der Impuls zum Kauf. Einzige Profiteure der Situation sind der Online- und der Lebensmittelhandel. Stark zunehmen dürfte auch das Verschenken von nicht handelsrelevanten Gutscheinen sowie Geld.

Einkäufe ins Internet verlagert
Besonders im Internet dürfte der Weihnachtsumsatz so nahe an den klassischen stationären Handel herankommen, wie noch nie. Während der typische Handel um 28 Prozent einbrechen und einen Umsatz von 840 Millionen Euro erzielen dürfte, sollen die Ausgaben im Onlinehandel um 47 Prozent in die Höhe schnellen und 560 Millionen Euro erreichen. Der Anteil am Gesamtumsatzkuchen im Weihnachtsgeschäft des klassischen stationären Handels bricht den Berechnungen zufolge somit auf unter die Hälfte - auf nur mehr 48 Prozent - ein. ´

Lebensmittelhandel profitiert von Gastro-Schließung
Günstig sieht die Situation für den Lebensmittelhandel aus. Dieser profitiere einerseits von den Schließungen der meisten anderen Branchen und andererseits von der geschlossenen Gastronomie. Zudem dürften heuer zu Weihnachten rund 300.000 Österreicher nicht in die Ferne fliegen - sondern zu Hause essen und sich dafür freilich ordentlich eindecken. Aufgrund dieser Faktoren könne der Lebensmittelhandel heuer im Weihnachtsgeschäft mit einem Plus zwischen acht und zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr rechnen.

Christkindlmärkte schwer betroffen
Bezogen auf den prozentuellen Anteil sind wenig überraschend die Christkindlmärkte die allergrößten Verlierer der Corona-Regeln. Sie müssen demnach mit einem Minus von 74 Prozent rechnen - für die Gastronomie generell geht man von einem Rückgang von 67 Prozent aus.

Rabattschlacht nach Wiedereröffnung?
Ein großes Plus gibt es hingegen bei den ohnehin schon beliebten (nicht handelsrelevanten) Gutscheine und Geld - hier dürfte sich der Wert verdoppeln. Der Anstieg wird mit 100 Prozent auf 200 Millionen Euro (11 Prozent aller Weihnachtsausgaben) prognostiziert. Wenn die Geschäfte wieder öffnen dürfen, sei jedenfalls mit umfassenden Rabattaktionen zu rechnen.

Diese brächten dem einzelnen Geschäft zwar Umsatz, in Summe würden die Weihnachtsausgaben aber dennoch deutlich reduziert - und zwar auf jenen Wert, der exakt vor zehn Jahren erzielt worden war.

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