13.11.2020 16:44 |

„Situation dramatisch“

Vorarlberg droht Triage „in den nächsten Tagen“

Vorarlbergs Intensivpersonal richtet einen dringenden Appell an die Bevölkerung, die Corona-Maßnahmen zu beachten: Sollte sich die Lage nicht schleunigst ändern, drohe bereits in den nächsten Tagen mit der Triage eine Situation, in der Ärzte über Leben oder Tod entscheiden müssen. Bereits jetzt wurde der Regelbetrieb eingeschränkt, um ausreichend Kapazitäten für Notfälle und Covid-Patienten zu haben.

Die große Zahl von Corona-Patienten könnte bald die Kapazitätsgrenzen der Vorarlberger Spitäler übersteigen. Die Situation sei „dramatisch“, warnen die Verantwortlichen am Freitag. In Vorarlberg sind von den von 51 auf 63 aufgestockten Intensivbetten derzeit 46 belegt, 35 davon mit Covid-19-Patienten.

Davon müssten 20 beatmet werden. Damit stünden noch 17 Intensivbetten für alle Patienten zur Verfügung, informierten die Krankenhausbetriebsgesellschaft (KHBG) und das Stadtspital Bregenz. 

Viele Mitarbeiter erkrankt
„Es sind äußerst dunkle Wolken, eine stürmische Zeit“, heißt es weiter. 220 Spitalsmitarbeiter sind derzeit SARS-CoV-2-positiv oder in Quarantäne. Teilweise seien Stationen auf den Spitälern gesperrt, weil Mitarbeiter fehlten. Es müsse daher nun der Regelbetrieb weiter zurückgefahren werden, Operationen würden auf das nötige Mindestmaß eingeschränkt.

Bereits ein simpler Verkehrsunfall in der kommenden Woche, könnte das System an seine Grenzen bringen, so die Einschätzung. Die Mitarbeiter leisteten derzeit „unglaubliches“, man bitte auch für sie um Solidarität. Die Lage sei jedenfalls „hochlabil, kann jederzeit kippen“.

Hilfe aus dem Ausland fraglich
Manche Patienten hätten sehr lange Verläufe mit intensivstationären Aufenthalten von 40, 50 Tagen. Das habe Auswirkungen auf die Ressourcen und daher rührten auch die Befürchtungen der Intensivmediziner österreichweit. Vor einer Triage stehe noch die Bitte um Hilfe aus dem Ausland, da aber auch die Nachbarländer derzeit in ähnlicher Lage seien, könnte eine Behandlung dort höchstens für Einzelfälle eine Lösung sein. 

Einen Wechsel in die „Katastrophenmedizin“ wolle niemand, auch wenn man sich bereits seit dem Frühjahr bereite man sich aber in enger Zusammenarbeit auf diese Möglichkeit vor. Man müsse alles tun, um das zu verhindern, appellierte List.

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