09.11.2020 19:08 |

Folge des 2. Lockdowns

Handelsverband ortet „dramatische Umsatzverluste“

Der am vergangenen Dienstag in Kraft getretene Corona-Lockdown inklusive nächtlicher Ausgangsbeschränkung hat bei den heimischen Händlern die Zahl der Kunden teilweise deutlich sinken lassen. „Der zweite Lockdown und insbesondere die Betretungsverbote in der Gastronomie haben im gesamten stationären Handel zu dramatischen Frequenz- und Umsatzverlusten geführt“, so Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will am Montagnachmittag in einer Aussendung.

Der Handelsverband ist eine freiwillige Interessenvertretung von rund 3000 Unternehmen. Auch der Terroranschlag am vergangenen Montagabend in Wien hat in den folgenden Tagen zu einer Kaufzurückhaltung in der Wiener Innenstadt geführt. Wie hoch der gesamte Umsatzausfall seit dem zweiten Corona-Lockdown genau ausgefallen ist, bezifferte der Verband vorerst nicht.

Bei Mode und Schmuck Rückgang um bis zu 80%
Fast alle stationären Händler würden sowohl durch den Home-Office-Effekt als auch durch die neuen Restriktionen „dramatisch“ verlieren, so der Handelsverband-Geschäftsführer. Bei Mode- und Schmuckhändler gebe es Umsatzrückgange von bis zu 80 Prozent, bei Lebensmittelgroßhändler sogar bis zu 90 Prozent.

Großhändler haben wieder für Privatkunden offen
Die Großhändler Metro und Transgourmet haben wegen fehlenden Gastro- und Hotellerie-Kunden nun wieder für Privatkunden geöffnet. Auch beim ersten Corona-Lockdown versuchten die Lebensmittelgroßhändler ihre Ware an Endkunden zu verkaufen.

Im Gegensatz zum ersten Corona-Lockdown im März und April dürfen diesmal die Handelsbetriebe aber offenhalten. Laut Handelsverband sind die Umsätze in der letzten Woche aber nur im Lebensmitteleinzelhandel „einigermaßen stabil geblieben beziehungsweise leicht gestiegen“.

„Ungebremster Boom“ bei Fitnessgeräten
Der zweite Lockdown hat nach Angaben des Verbands dem Internethandel aber bisher „keine nennenswerten Umsatzzuwächse“ gebracht. Die Online-Umsätze würden weiterhin um rund 20 Prozent über dem Vorjahresniveau liegen, dies sei allerdings auch schon vor dem zweiten Lockdown der Fall gewesen. „Einen ungebremsten Boom“ gebe es bei Fitnessgeräten, Spielzeug und Unterhaltungselektronik.

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