29.09.2020 14:37 |

Vorarbeiten nötig

Hilfslieferung für Moria noch in Athen eingelagert

Vor rund zwei Wochen hat Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) die Hilfslieferungen für Geflüchtete aus dem abgebrannten Camp Moria persönlich in die griechische Hauptstadt Athen begleitet. Auf der Insel Lesbos angekommen sind die 55 Tonnen Hilfsgüter, darunter 400 Familienzelte, noch nicht. Derzeit sei das Material noch bis zum Weitertransport in Athen eingelagert, wie das Innenministerium bestätigte.

Als eines der ersten Länder sagte Österreich nach dem verheerenden Brand in Moria, durch den rund 13.000 Menschen temporär obdachlos wurden, Hilfe zu. Die Zelte für 2000 Personen, rund 2000 Hygienepakete, 200 Zeltheizungen, 400 Zeltbeleuchtungen, 7400 Decken sowie 2700 aufblasbare Matratzen, Pölster und Bettwäsche wurden mit einer großen russischen Transportmaschine nach Athen geflogen. Dort seien sie, ebenso wie Hilfslieferungen anderer Staaten, bis dato eingelagert - was dem geplanten Ablauf entspreche, hieß es aus dem Innenministerium.

Auslieferung erfolgt „tranchenweise“
Derzeit werde weiterer Grund aufbereitet, „damit man dort Zelte aufstellen kann, damit die Zelte auch den nächsten großen Regen überleben und wirklich dort ein winterfestes Quartier bieten“, so Poppeller. Das dauere seine Zeit, dann könne die nächste Tranche geliefert werden. Auch etwa die Decken und Hygienepakete sollen erst „tranchenweise“ nach Lesbos geliefert werden.

Lidwina Dox, die derzeit für das Österreichische Rote Kreuz auf Lesbos ist, bezeichnete die Infrastruktur in dem neu aufgebauten Flüchtlingslager Kara Tepe als „sehr, sehr, sehr rudimentär“. Es fehle noch „an fast allem“, so gebe es etwa noch keine einzige Dusche, erzählte Dox in einem Interview mit Ö1.

Lebensbedingungen für Flüchtlinge auf Lesbos „sehr menschenunwürdig“
Dass die griechische Regierung erst am Montag rund 700 Asylberechtigte von Lesbos auf das Festland gebracht habe, sei ein „absolut ermutigendes Zeichen“, aus humanitärer Sicht sei es „sehr begrüßenswert, wenn diese Prozesse voranschreiten“, betonte die Rotkreuz-Expertin. Die Lebensbedingungen für die Flüchtlinge auf Lesbos seien „sehr menschenunwürdig“ und würden vor allem im Winter noch „extrem schwierig“ werden.

Aufgeflammte Diskussion um Aufnahme von geflüchteten Minderjährigen
Der Brand auf Lesbos sowie die daraufhin wieder aufgeflammte Diskussion um die Verteilung bzw. Aufnahme von geflüchteten Minderjährigen war auch Thema beim außenpolitischen Ausschuss des Nationalrats am Dienstag. SPÖ-Vorsitzende und -Klubobfrau Pamela Rendi-Wagner forderte dabei erneut die Aufnahme von Kindern als „Akt der Menschlichkeit“. Gleichzeitig kritisierte sie Außenminister Alexander Schallenberg (ÖVP) für dessen Aussage, das „Geschrei nach Verteilung“ könne nicht die Lösung in der Flüchtlingsfrage sein. Das sei „nicht die Sachlichkeit“, die man sich von einem Außenminister erwarten könne, so die SPÖ-Chefin in einer Aussendung.

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