23.09.2020 16:09 |

Bürgermeister wettert

Zug rammt Pkw: Lenkerin und Beifahrer tot

In Eisenstadt hat am Mittwochvormittag an einem unbeschrankten Bahnübergang ein Zug einen Pkw gerammt. Für die Lenkerin (73) des Wagens aus dem Bezirk Eisenstadt-Umgebung kam jede Hilfe zu spät, sie starb an der Unfallstelle. Ihr 79-jähriger Mann, der sich als Beifahrer im Auto befand, erlitt schwere Verletzungen. Er verstarb wenig später im Krankenhaus. Die Menschen im Zug blieben unverletzt. Der Eisenstädter Bürgermeister Thomas Steiner (ÖVP) wetterte nach dem Drama: „Wie lange will die ÖBB hier noch zusehen?“ Der Stadtchef verlieh zudem seiner Forderung nach der Errichtung einer Schrankenanlage an der „lebensgefährlichen“ Stelle Nachdruck.

Gegen 10.30 Uhr wurden laut Landessicherheitszentrale die Einsatzkräfte verständigt. Der Bahnübergang in der Eisbachstraße im Süden der Landeshauptstadt ist mit einer Lichtzeichenanlage gesichert. Wie es zu dem Zusammenstoß kam, ist noch nicht bekannt. Der Pkw wurde durch die Wucht des Anpralls rund 100 Meter weit in ein Feld geschleudert.

Der Notarzthubschrauber Christophorus 3 flog den schwer verletzten Ehemann ins Krankenhaus Eisenstadt, wo er wenige Stunden später verstarb. Der Lokführer sowie die fünf Fahrgäste blieben unverletzt. Das beim Unfall total zerstörte Auto wurde von den Feuerwehren Eisenstadt und Kleinhöflein geborgen. Neben dem Team des Rettungshubschraubers waren auch ein Notarztwagen und zwei Rettungswagen im Einsatz.

„Bahnübergang ist lebensgefährlich“
„Wie lange will die ÖBB hier noch zusehen? Dieser Bahnübergang ist lebensgefährlich. Die ÖBB muss hier endlich für mehr Verkehrssicherheit sorgen und diese Eisenbahnkreuzung dringend entschärfen. Hier darf es kein Unglück mehr geben“, so Steiner. Auch das Land Burgenland forderte der Stadtchef auf, tätig zu werden. Nach einem Vorfall im Juni hätten Land und ÖBB Verantwortlichkeiten hin- und hergeschoben. Landesrat Heinrich Dorner (SPÖ) habe daraufhin eine umgehende Verkehrssicherheitsprüfung der Stelle angekündigt. „Die kommt für die Opfer dieses Unfalls bereits zu spät“, so der Bürgermeister.

Plädoyer für mehr Sicherheit
„Ich fordere die ÖBB und das Land auf, an dieser Kreuzung eine Schrankenanlage zu errichten, um so für Sicherheit der Verkehrsteilnehmer zu sorgen“, appellierte Steiner. Die Freistadt Eisenstadt habe sich bereits in den vergangenen Jahren für die Sicherung der Eisenbahnkreuzungen engagiert und 2018 selbst für eine Schrankenanlage bei der Spange Süd gesorgt.

Die Kosten seien dabei zur Gänze von der Stadt getragen worden. „Es kann nicht sein, dass sich die ÖBB jedes Mal aus der Verantwortung nimmt. Deshalb erwarte ich mir ein rasches Handeln der ÖBB und die Kostenübernahme für die Schrankenanlage“, betonte der Bürgermeister.

ÖBB weisen Kritik zurück
Die Sicherungsart an einer Eisenbahnkreuzung werde durch die zuständige Eisenbahnbehörde bei einer Verhandlung vor Ort individuell festgelegt, erläuterten die ÖBB in einer Aussendung. Verantwortlich für die Art der Sicherung sei die Eisenbahnbehörde. Diese sei in der Regel (in rund 90 Prozent der Fälle) beim zuständigen Landeshauptmann angesiedelt, nur bei Hochleistungsstrecken liegt die Verantwortung beim Bund, sprich beim Verkehrsministerium.

Weitere Unfälle auf Bahnübergängen
Auf der Eisenbahnkreuzung in der Eisbachstraße in Eisenstadt war es zuletzt Ende Juni zu einem Unfall gekommen, bei dem es glücklicherweise keine Verletzten gab. Allerdings kamen bei einem ähnlichen Unfall zwischen Hornstein und Steinbrunn erst Mitte August ein 87-jähriger Mann und eine 77-jährige Frau ums Leben.

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