01.09.2020 05:45 |

Neue TU in Linz

Absage an den Salzburger Uni-Standort

Die Uni Salzburg steckt in Turbulenzen. Nach finanziellen Engpässen, sinkender Studierendenzahl und internen Querelen an der Hochschule kommt der nächste Tiefschlag für den Standort: In Linz soll eine neue Technische Universität entstehen, Salzburg bleibt dagegen wieder einmal auf der Strecke.

Seit Freitag ist bekannt: Am Standort Linz entsteht eine neue technische Universität mit dem Fokus auf Digitalisierung. Das verkündete Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) und erteilte damit dem Studienstandort Salzburg eine Abfuhr. Denn in der Mozartstadt laufen bereits intensive Arbeiten an einer digitalen Fakultät, wie Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP) betont. Die Gespräche mit Rektor Hendrik Lehnert laufen, eine umfassende Strukturreform samt einer neuen Fakultät für „Digitale und Analytische Wissenschaften“ steht an. Daran wolle man trotzdem festhalten.

SPÖ befürchtet negative Folgen für die Wirtschaft
Es ist bereits die zweite Niederlage, die der Standort verkraften muss: Im Jahr 2013 ging die Medizin-Uni nach Linz, jetzt die Technische. Dass Linz den Vorzug bekommt, ärgert auch die Opposition. SPÖ-Wissenschaftssprecherin Stefanie Mösl ortet eine schwere politische Niederlage mit Folgen: „Neben 1000 hochwertigen und gut bezahlten Arbeitsplätzen, die nicht in Salzburg entstehen, wird auch die Wirtschaft darunter leiden, dass viele Firmen in die Nähe der Uni nach Linz gehen werden und nicht Salzburg als Standort wählen.“ Die Oppositionspartei fordert, dass man sich im Land Salzburg auf die Ressource Holz im Bau und in der Wissenschaft konzentriere. „Hier könnten wir zur europaweiten Spitze aufsteigen, Arbeitsplätze schaffen und moderne und umweltfreundliche Bauten schaffen“, sagt Mösl.

Interne Streitigkeiten an der Uni Salzburg
Tatsächlich ist die Uni Salzburg im internationalen Vergleich abgeschlagen und kämpft mit einem bis zu zehn Millionen Euro schweren Minus. Dazu liegt die Universität derzeit im Clinch mit der Österreichischen Hochschülerschaft und kämpft außerdem mit internen Streitigkeiten: Aktuell geht es um die geplante Marko-Feingold-Gastprofessur. Dazu wurde nämlich das Zentrum für Jüdische Kulturgeschichte an der Universität - zum Ärger der Leiterin Susanne Plietzsch - gar nicht eingebunden.

Magdalena Mistlberger
Magdalena Mistlberger
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