14.07.2020 06:00 |

Tiroler Stubaital

Wieder Kuh-Attacke: Alm-Obmann wirft hin

Eigenartiger Zufall, oder nicht? Unweit jener Stelle, an der am 30. Juni ein Schweizer Paar attackiert worden war, gingen Sonntag erneut Jungkühe auf eine Wanderin los (die „Krone“ berichtete). Der Obmann der Weidegemeinschaft Untere Falbesonalm ist konsterniert: „Ich kann diese Verantwortung nicht länger tragen.“

Wie berichtet, war die Frau auf dem Talwanderweg Volderau unterwegs, als sie eine mit Warnhinweisen versehene Weide mit Jungkühen betrat. Ohne ersichtlichen Grund wurde die 57-Jährige attackiert und über den Wegrand hinaus in den Wald gestoßen, wo sie verletzt liegen blieb. „Die Frau erlitt mehrere Rippenbrüche“, sagte der Sachbearbeiter der Polizei Neustift.

Opfer hatte keinen Hund dabei
Der Grund für die neuerliche Attacke ist unklar. „Das Opfer hatte keinen Hund dabei. Doch angeblich ging kurz zuvor eine Gruppe Wanderer mit einem Hund über die Weide“, weiß der Ermittler. Die Herde könnte sich daher in Aufregung befunden haben, aber das ist vorerst nur eine Theorie.

Nach erstem Vorfall wurde eine Kuh entfernt
Schon am 30. Juni war ein Schweizer Ehepaar von derselben Herde attackiert worden. „Die Opfer haben das aggressivste Tier identifiziert und wir haben es von der Weide entfernt“, schildert der Alm-Obmann im „Krone“-Gespräch. Damit, so habe man geglaubt, sei die Gefahr gebannt. „Ich war daher völlig überrascht, als mich die Polizei anrief, dass wieder etwas passiert ist“, sagte der Obmann der Weidegemeinschaft, der rund 70 Kühe von einem Dutzend Bauern in dem Gebiet angehören. Bei den Tieren handelt es sich um keine Mutterkühe, die sonst häufig in Zusammenhang mit Attacken gebracht werden.

Frau soll aggressive Kühe nun identifizieren
Die Wanderin ist in der Klinik und wird im Laufe ihrer Genesung befragt. Vor allem geht es darum, ob sie attackierende Tiere konkret identifizieren kann. „Solange das nicht möglich ist, wird der Alm-Obmann wegen Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung angezeigt. Sonst wäre es der Besitzer“, so die Polizei. Diese Verantwortung will sich der Obmann nicht länger antun: „Ich habe schon Bescheid gesagt, dass ich die Funktion niederlege.“

Andreas Moser
Andreas Moser
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