10.06.2020 15:23 |

Fünfer fast verdoppelt

Mathe-Matura: SPÖ schießt sich auf Faßmann ein

Für die am Dienstag bekannt gewordenen schlechten Ergebnisse bei der Mathematik-Matura an den allgemeinbildenden höheren Schulen hat Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) Kritik vonseiten der Opposition einstecken müssen. SPÖ-Bildungssprecherin Sonja Hammerschmid wirft ihrem Amtsnachfolger „leere Versprechen“ vor und fordert eine „grundsätzliche Reform“ des „Angstfachs Nr. 1“. NEOS-Bildungssprecherin Martina Künsberg Sarre fordert indessen ein neues Gesamtkonzept für die Matura.

Laut am Dienstag öffentlich gewordenem vorläufigem Auswertungsstand der Mathematik-Zentralmatura wurden 21 Prozent der AHS-Schüler wie berichtet negativ benotet - das sind fast doppelt so viele wie im Vorjahr (elf Prozent). Da heuer ausnahmsweise auch die Zeugnisnote in die Maturanote einfließt, sinkt die Fünferquote aber wieder und drückt die negativen Noten auf nur noch zehn Prozent. Während die Bundesschülervertretung am Mittwoch ein positives Resümee der Zentralmatura unter den speziellen Bedingungen der Corona-Pandemie gezogen hat, kommt von SPÖ und NEOS Kritik.

Hammerschmid-Kritik an „sehr hoher Zahl negativer Klausuren“
Für SPÖ-Bildungssprecherin Hammerschmid ist es „völlig unverständlich“, wie es auch heuer wieder zu diesem hohen Ausmaß negativer Mathematik-Ergebnisse bei der Matura kommen konnte. Corona-bedingte Probleme wie wenig Interaktion mit den Lehrern und wenig Übungszeit in der Schule seien offensichtlich anders als versprochen nicht berücksichtigt worden, so Hammerschmid mit Verweis auf die „sehr hohe Zahl negativer Klausuren“. Sie fordert eine grundsätzliche Reform des Mathe-Unterrichts, damit Mathematik nicht mehr „Angstfach Nr. 1“ sei. Dafür brauche es auch neue Wege in der Didaktik und Lehrerausbildung.

In diesem Zusammenhang bekräftigte Hammerschmid ihre Kritik daran, dass an den Summer Schools Mathematik nicht angeboten wird. „Die Matura-Ergebnisse zeigen die Probleme, wenn nicht ausreichend geübt werden kann. Die Wochen des Home-Schooling werden sich auch auf die Mathe-Leistungen negativ auswirken“, befürchtet die SPÖ-Bildungssprecherin. Umso wichtiger sei auch, ab Herbst zwei Förderstunden pro Woche in allen Schularbeitsfächern pro Jahrgang anzubieten.

NEOS fordern neues Gesamtkonzept für Matura
NEOS-Bildungssprecherin Künsberg Sarre sieht die Schwankungen zwischen den Jahrgängen und den Schulformen bei den Mathe-Klausuren als Auftrag, überhaupt ein neues Gesamtkonzept für die Matura zu entwickeln. Sie plädiert für einen vergleichbaren gemeinsamen Kern, autonome Spielräume für die Schulen und die Einbeziehung der Oberstufennoten. Außerdem sollen an allen Schulen dieselben Hilfsmittel zugelassen sein.

Bundesschülervertretung zieht positives Corona-Resümee
Für Bundesschulsprecherin Jennifer Uzodike von der VP-nahen Schülerunion haben die Maßnahmen des Ministeriums, die trotz der Corona-Krise für eine faire Reifeprüfung sorgen sollten, indessen durchaus den erwünschten Erfolg gebracht. Durch die Einbeziehung der Zeugnisnote hätten sich nur wenige Schüler verschlechtert. Es brauche allerdings weitere Reformen und Evaluierungen der Matura, vor allem das heuer erprobte System müsse „umfangreich diskutiert und evaluiert“ werden. Zur besseren Vergleichbarkeit seien zudem einheitliche Hilfsmittel und Standards notwendig.

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