Mit Lionel Messi und Cristiano Ronaldo geben die zwei prägendsten Fußballer der vergangenen zwei Jahrzehnte bei der anstehenden WM wohl ihren Abschied von der größten Bühne. Während der bald 39-jährige Messi vor vier Jahren seine Karriere mit dem WM-Titel mit Argentinien krönte, hofft der mittlerweile 41-jährige Ronaldo mit Portugal noch auf den goldenen Pokal. Beide Superstars werden ihr Land zum bereits sechsten Mal bei einer Weltmeisterschaft vertreten – ein Rekord.
Rekorde sind für das Duo aber keine Neuheit, seien es geschossene Tore, gewonnene Titel oder absolvierte Spiele. Messi ist mit 26 WM-Einsätzen etwa alleiniger Rekordhalter, Ronaldo kommt auf 22 WM-Matches für die Selecao. Drei Tore fehlen Messi noch, um auf WM-Rekordtorschütze Miroslav Klose (16) aus Deutschland aufzuschließen. Ronaldo hat bei Weltmeisterschaften „erst“ achtmal getroffen.
Portugals WM-Kader:
Die lange offene Teilnahme der beiden Oldies beim XXL-Turnier in den USA, Kanada und Mexiko ist seit Kurzem offiziell, beide werden ihre Teams als Kapitäne aufs Feld führen. Messi, der bei Inter Miami kickt und derzeit an leichten Oberschenkelproblemen laboriert, hält eine erfolgreiche Titelverteidigung für möglich. „Argentinien muss dieses Momentum nutzen“, sagte der achtfache Sieger des Ballon d‘Or im Vorjahr zu ESPN. „Nach dem WM-Gewinn haben wir das Selbstvertrauen und die Erleichterung, Bewerbe anders vorzubereiten.“
Argentiniens WM-Kader:
Messi schwärmt von Teamchef Scaloni
Argentinien hat „außergewöhnliche Spieler“, betonte Messi, der auch die Mentalität der Mannschaft hervorhob und Nationaltrainer Lionel Scaloni – seinen Teamkollegen bei der WM 2006 – ausdrücklich lobte. „Er ist spektakulär“, sagte der langjährige Barcelona-Star, besonders in der Kommunikation mit den Spielern. Außerdem sei Scaloni ein hervorragender Trainer, wenn es darum geht, Spiele vorzubereiten, die Schwächen der Gegner zu analysieren und die Stärken herauszufinden. Am 22. Juni hat die ÖFB-Auswahl im zweiten Spiel der Gruppe J die Ehre, den Weltmeister in Dallas zu fordern.
Auch Portugal zählt zum erweiterten Favoritenkreis. Für Ronaldo, der seit 2023 bei Al-Nassr unter Vertrag steht und zuletzt erstmals über den Meistertitel in Saudi-Arabien jubelte, geht es nach dem EM-Titel 2016 und den Nations-League-Siegen 2019 und 2025 um den letzten großen Triumph mit dem Nationalteam. Mit seiner jetzigen Vita ist der fünfmalige Gewinner des Ballon d‘Or aber schon sehr glücklich. „Davor hat Portugal nie etwas gewonnen“, sagte Ronaldo im vergangenen November im Interview mit dem britischen Journalisten Piers Morgan.
Ronaldo träumt nicht vom WM-Titel
Ronaldo, mit 143 Toren in 226 Länderspielen jeweils Rekordhalter, betonte aber, dass es nicht sein Traum sei, den WM-Titel zu holen. „Der Gewinn der Weltmeisterschaft würde nichts an meinem Status in der Fußball-Historie ändern“, sagte der Ausnahmekicker. Aber: „Wir werden darum kämpfen.“ Auf Nachfrage erklärte er, dass er es nicht fair finde, wegen eines Turniers zu entscheiden, wer der beste Spieler überhaupt sei. „Das interessiert mich nicht mehr. Die Geschichte spricht für sich selbst. Jeder hat seine Meinung.“
Beim am 11. Juni beginnenden Turnier wird sich Messi höchstwahrscheinlich von der WM-Bühne verabschieden, genauso wie Ronaldo. Portugals Teamchef Roberto Martinez traut seinem Torjäger aber zu, auch bei der WM 2030, die hauptsächlich in Spanien, Marokko und Portugal gespielt wird, dabei zu sein. „Daran sollte niemand zweifeln. Er hat es sich verdient“, sagte Martinez beim Radiosender Cadena Ser. Dann wäre Ronaldo bereits 45 Jahre alt.
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