27.05.2020 09:00 |

Bedrohte Raubkatze

Seltener Sumatra-Tiger qualvoll in Falle verendet

Die Sumatra-Tiger sind eine von sechs lebenden Unterarten der Tiger und kommen ausschließlich auf der indonesischen Insel Sumatra vor. Doch der Lebensraum der extrem gefährdeten Raubkatzen wird schrittweise zerstört, prangert die Umweltschutzorganisation Greenpeace an. Und auch Wilderer sind eine Gefahr. Erst vor wenigen Tagen ist ein Sumatra-Tiger in eine Falle geraten und - nach Tagen ohne Nahrung und Wasser - verendet.

Laut Greenpeace war die Falle in einem Gebiet ausgelegt, das der größte Papierhersteller der Welt - die Asia Pulp and Paper (APP) der Sinar-Mas-Gruppe - gepachtet hat. Für sie werden unzählige Wälder gerodet, um Papier und Fasern herzustellen. Dadurch verlieren die Sumatra-Tiger, von denen es nur noch weniger als 600 Exemplare in freier Wildbahn gibt, immer mehr ihren Lebensraum - und durch die zerstörten Wälder und Torfböden werden auch Waldbrände immer wahrscheinlicher.

Lebensraum der Tiere wird schrittweise zerstört
Einst weitverbreitet, durchstreifen die Sumatra-Tiger seit Jahrtausenden die Wälder und legen dabei enorme Distanzen zurück. Doch der Lebensraum der Raubkatzen wird schrittweise zerstört. Ein Großteil der Regenwälder ist bereits vernichtet worden, jede Stunde geht in Indonesien eine Fläche von 146 Fußballplätzen verloren. Seit 1990 waren insgesamt 31 Millionen Hektar betroffen - was fast der Größe Deutschlands entspricht. Großen Anteil daran hat auch die Palmölproduktion.

„APP ist für die Zerstörung und Verbrennung der indonesischen Wälder mitverantwortlich“, beklagt Lukas Meus, Waldexperte bei Greenpeace in Österreich. Dadurch bedrohe der Konzern den Lebensraum der bereits stark gefährdeten Sumatra-Tiger, sagt er.

Nur noch 400 Tiere in freier Wildbahn
Die Internationale Rote Liste der Weltnaturschutzunion (IUCN) - die weltweit umfassendste Erhebung gefährdeter Tier- und Pflanzenarten - stuft den Sumatra-Tiger mittlerweile als „stark gefährdet“ ein. IUCN-Schätzungen zufolge leben gar nur noch rund 400 Exemplare der Raubkatze in freier Wildbahn.

Wilhelm Eder
Wilhelm Eder
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