29.04.2020 16:13 |

Mit strengen Auflagen

Bald wieder Besuche in Wiener Pflegeheimen möglich

Auch die Alters- und Pflegeheime in Wien werden wieder für Besucher geöffnet - wenn auch unter strengen Auflagen. Denn Angehörige kann man ab 4. Mai nur in ausgewiesenen Begegnungsbereichen und nach vorheriger Terminvereinbarung treffen. Auch die Einhaltung von Schutzmaßnahmen ist nötig, wie Bürgermeister Michael Ludwig und Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (beide SPÖ) am Mittwoch erläuterten.

Die Begegnungsmöglichkeiten können sowohl in den Einrichtungen, bevorzugt aber in den Außenbereichen am Gelände geschaffen werden. Besuche in den Zimmern bzw. den Apartments sind weiterhin grundsätzlich nicht möglich - abgesehen von Ausnahmefällen, wie Hacker erklärte. Das betrifft etwa Menschen in kritischen Lebensphasen oder für die Begleitung von Sterbenden. Sie sollen vorerst aber auf eine Person beschränkt bleiben.

Häuser legen genaue Maßnahmen selbst fest
Die Verordnung dazu beinhalte keine „superpräzise Vorgaben“, dafür aber einheitliche Eckpunkte für die rund 90 stationären Pflegeeinrichtungen der Bundeshauptstadt, so Hacker. Die detaillierte Ausgestaltung obliegt den einzelnen Häusern, da diese jeweils andere bauliche Gegebenheiten hätten, betonte der Stadtrat. Die Grundvorgaben sind aber einzuhalten: Besuche gibt es nur nach Terminvereinbarung, auch ist der Aufenthalt zeitlich begrenzt. Die schon in anderen Alltagsbereichen geltenden Regeln, wie das Tragen eines Mund-Nasen-Schutz oder das Abstandsgebot, gelten auch in den Pflegeheimen.

Ludwig verspricht mehr Gehalt und ein „sichtbares Dankeschön“
Um die Einhaltung der Abstandsbestimmungen zu erleichtern, sollen in den Begegnungszonen auch räumliche Gegebenheiten geschaffen werden. So ist etwa die Anbringung von Plexiglaswänden eine denkbare Maßnahme. Ludwig ließ anklingen, dass das Pflegepersonal mittelfristig mit einer Gehaltsaufbesserung rechnen könne. Wenn die Krise überwunden sei, möchte man sich auch mit einem „sichtbaren Dankeschön“ erkenntlich zeigen, dieses werde wohl finanzieller Natur sein. Die Details werden mit der Gewerkschaft vereinbart.

Mehr Testungen im stationären Pflegebereich
Seit Mitte April wurden in den Pflegeheimen 3700 Corona-Tests durchgeführt. Davon waren 59, bzw. 1,6 Prozent positiv. Laut dem ärztlichen Direktor des Krankenanstaltenverbundes, Michael Binder, ist die Testquote im stationären Pflegebereich zuletzt erhöht werden. Derzeit werden rund 2000 Tests pro Woche durchgeführt. In den Pflegeheimen laborieren aktuell 123 pflegebedürftige Menschen und 111 Mitarbeiter an einer Covid-19-Erkrankung.

Stephan Brodicky
Stephan Brodicky
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