Lieber in Österreich

Kurz: „Zurückhaltung“ bei Urlaub im Ausland

Österreich
24.04.2020 15:44

Der Sommer steht bevor und viele Österreicher bangen derzeit um ihren Urlaub im Ausland. Bundeskanzler Sebastian Kurz hat am Freitag nach einer Videokonferenz mit sechs Amtskollegen „Zurückhaltung“ empfohlen, was weiter entfernte Reiseziele betrifft - gleichzeitig stellte er eine Grenzöffnung zu Nachbarländern in einigen Wochen in Aussicht, die mit ihren Maßnahmen gegen die Coronavirus-Pandemie gute Erfolge verzeichnen können. Er riet dennoch, sich heuer doch lieber eine Auszeit im Inland zu gönnen: „Ich persönlich werde meinen Sommerurlaub in Österreich verbringen und kann nur empfehlen, es genauso zu machen.“

„Ich glaube, dass es natürlich unser Ziel sein muss, dass wir schrittweise die Reisefreiheit wiederherstellen, aber wir werden das zunächst einmal mit unseren Nachbarn tun können, die gut unterwegs sind“, erklärte Kurz am Freitag. Als Beispiele nannte er Deutschland und Tschechien - einen konkreten Zeitplan gebe es jedoch noch nicht. „Das wird noch Wochen dauern“, so der Bundeskanzler.

Griechenland hatte ebenfalls an der Videokonferenz teilgenommen - ob man diese beliebte Destination im Sommer besuchen könne, sei jedoch ungewiss. „Da wäre ich sehr zurückhaltend“, so Kurz in Hinblick auf einen Ägäis-Urlaub.

Der Kanzler sprach mit Amtskollegen aus Australien, Neuseeland, Israel, Dänemark, Tschechien und Griechenland. Auch Singapur war bei der Videokonferenz vertreten. (Bild: BUNDESKANZLERAMT/ARNO MELICHAREK)
Der Kanzler sprach mit Amtskollegen aus Australien, Neuseeland, Israel, Dänemark, Tschechien und Griechenland. Auch Singapur war bei der Videokonferenz vertreten.

Kurz: „Man sollte sehr vorsichtig sein, das sind wir auch“
Der Gefahr, Coronavirus-Fälle durch eine Öffnung der Grenzen wieder ins Land zu importieren, sei man sich bewusst. „Man sollte sehr vorsichtig sein. Das sind wir auch“, versprach der Bundeskanzler eine behutsame Vorgangsweise. „Man kann definitiv nur über das Öffnen von Grenzen mit Ländern nachdenken, die eine ähnlich niedrige Infektionszahl haben wie wir. Reisefreiheit zu Ländern zu gewähren, wo die Infektionszahlen hoch sind, wäre Wahnsinn, weil das führt sofort wieder zu einem Import der Krankheit aus dem Ausland“, betonte er.

Tourismusländer lassen mit teils skurrilen Lösungsvorschlägen aufhorchen
Viele Länder, die sehr abhängig von Einnahmen aus dem Tourismus sind, suchen derzeit händeringend nach Möglichkeiten, wie man die Sommersaison vielleicht noch retten könnte. In Italien wurden beispielsweise schwimmende Plattformen vorgeschlagen, mit deren Hilfe die Abstandsregeln eingehalten werden könnten. Die Idee, Plexiglas-Boxen an den Stränden aufzustellen, stieß nicht überall auf Wohlwollen. Kroatien dagegen erwägt einen „Touristenkorridor“ für Urlauber aus Ländern mit geringen Infektionszahlen. 

Künstlerische Illustration: Mit schwimmenden Inseln will man die Badsaison in Italien retten. (Bild: Consorzio Sant'Angelo d'Ischia)
Künstlerische Illustration: Mit schwimmenden Inseln will man die Badsaison in Italien retten.

In Österreich verzeichnet man seit dieser Woche nur eine niedrige zweistellige Anzahl an Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Am Donnerstag waren es nur 44 bestätigte Fälle. Viele unserer Nachbarn vermelden ebenfalls Erfolge im Kampf gegen den Erreger: In Deuschland gab es am Donnerstag laut Daten der Johns-Hopkins-Universität 2500 neue Fälle, in Slowenien 13, in Ungarn 116 und in der Slowakei 81. Auch in Italien hat sich die Lage mit rund 2600 Neuinfektionen schon entspannt. Im Vergleich zur Bevölkerungsanzahl kann sich Österreich über die wenigsten neuen Fälle im Kreis seiner Nachbarländern freuen. Nur unwesentlich schlechtere Zahlen verzeichnete Tschechien.

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