28.02.2020 10:22 |

Bis zu 120 km/h

Sturm „Bianca“ forderte Österreichs Feuerwehren

Das Sturmtief „Bianca“ ist in der Nacht auf Freitag mit Windböen von 120 km/h über Salzburg gefegt und hat für rund 100 Feuerwehreinsätze vorwiegend in den nördlichen Landesteilen gesorgt. Bis in die Morgenstunden mussten vor allem umgestürzte Bäume von Straßen, Autos und Häusern entfernt werden. Im Salzburger Stadtteil Parsch wurde das Dach eines Hauses bereits zum dritten Mal beschädigt.

Die stärksten Sturmgeschwindigkeiten wurden naturgemäß auf den Bergen registriert: Auf dem Feuerkogel bei Ebensee in Oberösterreich erreichte „Bianca“ bis zu 163 km/h, auf dem Patscherkofel bei Innsbruck knapp 149 Stundenkilometer, teilte die ZAMG mit. Aber auch in den Niederungen wurden Böen über 110 km/h gemessen, etwa in Tannheim in Tirol mit knapp 116 oder im oberösterreichischen Vöcklabruck mit 112 Stundenkilometer. Am Flughafen Salzburg erreichten die Spitzen 104 km/h. Auch in Vorarlberg und Niederösterreich wurden an einzelnen Messstationen in den Niederungen Sturmgeschwindigkeiten von über 100 Stundenkilometer gemessen, in der Wiener Innenstadt knapp 82 km/h.

Bäume stürzten auf Straßen, Häuser und Autos
„Verletzt wurde niemand. Es gab auch keine größeren Schäden“, sagte ein Sprecher des Salzburger Landesfeuerwehrverbandes. Die Haupttätigkeit der Einsatzkräfte war das Entfernen von umgestürzten Bäumen, die Verkehrswege blockiert hatten. Auch die Salzburger Lokalbahn im Flachgau war kurzzeitig lahmgelegt, weil Bäume auf die Oberleitung gestürzt waren.

Sturmtief hatte Schneefälle im Schlepptau
Betroffen waren von den Auswirkungen des Sturms vor allem der Flachgau und die Stadt Salzburg. „Bianca" hatte um 21 Uhr Salzburg erreicht, kurz vor 23 Uhr ging der erste Alarm bei der Feuerwehr ein. Bis 7 Uhr wurden 96 Einsätze von 28 Feuerwehren und 457 Einsatzkräften verzeichnet. Das Sturmtief hatte auch Schneefälle im Schlepptau, der Neuschnee sorgte ebenfalls für Behinderungen im Straßenverkehr.

In den Morgenstunden, als der Sturm bereits nachgelassen hatte, folgten noch weitere Alarmierungen, um umgestürzte Bäume zu entfernen. „Die Schäden sind jetzt sichtbar“, sagte der stellvertretende Branddirektor der Berufsfeuerwehr in der Stadt Salzburg, Werner Kloiber, am frühen Vormittag. Die Feuerwehr war erneut zu einem Mehrparteienhaus in Parsch gerufen worden, dessen Dach in den vergangenen Wochen bereits zweimal von Stürmen in Mitleidenschaft gezogen worden war. Nun hatte „Bianca“ das Provisorium aus Planen und Holzlatten weggefegt. In der Stadt Salzburg wurden auch parkende Autos von umgestürzten Bäumen getroffen.

Auch im angrenzenden Bayern kam es zu Verkehrsbehinderungen. Die Bahnstrecke Rosenheim - Salzburg musste auf Höhe Prien gegen 21.50 Uhr wegen eines auf die Oberleitung gestürzten Baumes gesperrt werden, berichtete das Polizeipräsidium Oberbayern Süd. Ein Zug einer Regionalbahn mit rund 60 Fahrgästen wurde evakuiert.

Sturmeinsätze auch in Vorarlberg, Tirol, Oberösterreich
Laut dem ORF liefen Sturmeinsätze auch in Oberösterreich - wie in Braunau, Vöcklabruck, Schärding, Wels Land und Gmunden. Gegen zwei Uhr früh meldete das Bundesland demnach bereits mehr als 100 Einsätze. Das Sturmtief war zuvor auch über Vorarlberg und Tirol gezogen - Bäume stürzten um, es habe aber keine größeren Schäden oder Verletzte gegeben. In Tirol war vor allem der Bezirk Reutte betroffen.

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